Neue nfb-Broschüre zur Bildungs- und Berufsberatung

nfb

Innovationsschub in der Beratung zu Bildung, Beruf und Beschäftigung in Deutschland

Das Nationale Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung (nfb) veröffentlichte im Juni gemeinsam mit dem Nationalen Euroguidance Zentrum der Bundesagentur für Arbeit eine vollständig aktualisierte Bestandsaufnahme zur »Lebensbegleitenden Bildungs- und Berufsberatung in Deutschland«. In der Broschüre, die auch in englischer Sprache erschienen ist, beschreibt das Netzwerk die wachsende Bedeutung von berufs- und bildungsbezogener Beratung sowie aktuell wichtige Entwicklungen in der Beratungslandschaft.

Die Corona-Pandemie der letzten beiden Jahre hat die Angebote und Formate der Bildungs- und Berufsberatung nachhaltig beeinflusst. Digitale Beratungsangebote haben vielfach die Präsenzberatung ersetzt oder ergänzt und werden auch in Zukunft dauerhaft zum Angebotsspektrum gehören. Gesellschaftliche Transformationsprozesse, steigende Qualifikationsanforderungen, die Demografie und ein zunehmender Fachkräftemangel lenken das Augenmerk der Politik wieder verstärkt auf die Bedeutung einer lebensbegleitenden und qualitätsvollen Bildungs- und Berufsberatung. Das Qualifizierungschancengesetz, die Nationale Weiterbildungsstrategie sowie die Einführung der »Lebensbegleitenden Berufsberatung« in den Arbeitsagenturen sind sichtbarer Ausdruck des politischen Bemühens um die Stärkung der Weiterbildungsberatung.

Allerdings gibt der Vorsitzende des nfb, Olaf Craney, zu bedenken: »Auch wenn der digitale Innovationsschub in der Beratung grundsätzlich eine willkommene Entwicklung darstellt, birgt dieser immer die Gefahr der Abkoppelung und Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Es bedarf zügig weiterer Innovationen und konkreter Unterstützung durch Beratung, z.B. für die wachsenden Zahlen bei den jungen Menschen ohne Berufsabschluss und aus dem Ausland einreisender Menschen, als auch für längerfristig nicht oder nur gering beschäftigte und von den gesellschaftlichen Transformationsprozessen besonders betroffene Personengruppen.«

Weiterhin betont Craney: »Die Vielfalt der Beratungslandschaft in Deutschland hat Licht- und Schattenseiten, sie ermöglicht eine hohe Spezialisierung, eröffnet Wahlfreiheit und überfordert zugleich. Darum gilt es weiter für mehr Transparenz zu sorgen und durch gemeinsame Anlaufstellen, den Zugang zu Beratung niederschwelliger zu gestalten.«

Die aktuellen Entwicklungen der Bildungs- und Berufsberatung in Deutschland stehen im Einklang mit internationalen Entwicklungen in diesem Bereich, insbesondere auch mit den Aktivitäten der Europäischen Kommission. Die Beraterinnen und Berater in den Nationalen Euroguidance Zentren der Mitgliedstaaten haben in diesem Kontext die wichtige Funktion, die europaweite Mobilität in Bildung und Beschäftigung zu fördern. Das nfb wiederum trägt als Netzwerk der Akteure in der Bildungs- und Berufsberatung in Deutschland zur weiteren Professionalisierung des Handlungsfeldes bei.

Die vorgelegte Broschüre ist Ausdruck dieses gemeinsamen Bemühens, sie beschreibt die Vielfalt und Heterogenität der Beratungsdienste mit ihren jeweiligen institutionellen und gesetzlichen Rahmenbedingungen und deren unterschiedlichen Zielgruppen. Angefangen von den Angeboten der Schulen und Hochschulen, der Bundesagentur für Arbeit, der Länder und Kommunen sowie den Weiterbildungsträgern und den Trägern der Jugendhilfe, bis hin zu den Angeboten von Wirtschaftsorganisationen, gemeinnützigen Organisationen und privaten, kommerziellen Anbietern. Die Broschüre richtet sich an die interessierte Fachöffentlichkeit, d.h. Beraterinnen und Berater im In- und Ausland, Beratungsanbieter sowie politisch-administrativ Verantwortliche im Bereich der Bildungs- und Berufsberatung.

 

 

Zukunftssicherung durch Qualifizierung: Brandenburgs neue Beratungsangebote
Neuer Online-Service zur vernetzten Weiterbildungsberatung in Brandenburg Seit dem 2. Mai 2024 bietet Brandenburg eine umfassende Weiterbildungsberatung für Unternehmen und Beschäftigte. Das neue Online-Portal vereint die Kompetenzen des...
Zukunft der Arbeit: Experten raten zur Fokussierung auf Tätigkeitsgesellschaft statt Erwerbsarbeit
Wissenschaftliche Perspektiven auf die Arbeitswelt der Zukunft In einer aktuellen Stellungnahme nehmen die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften sowie die Berlin-Brandenburgische...
Beschäftigte in automatisierbaren Jobs bilden sich seltener weiter
Etwa ein Drittel der Arbeitnehmer*innen in Berufen mit geringerem Risiko der Automatisierung beteiligen sich an nicht-formalen Weiterbildungsmaßnahmen. Im Gegensatz dazu nehmen nur 19 Prozent der Beschäftigten in stark automatisierungsgefährdeten...

.