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Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt

psyGA

Neue Ergebnisse der Beschäftigten-Umfrage zur psychischen Belastung  

Das Projekt psyGA (psychische Gesundheit in der Arbeitswelt) hat in einer repräsentativen Befragung die Aussagen von knapp 2.000 Beschäftigten vor Beginn der Krise, zu Ostern und Ende November verglichen. In einem Interview stellt Prof. Dr. Joachim Fischer, leitender Berater der Healthvision GmbH die Ergebnisse vor.

                                                                                                                                                        

Zur Übersicht die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:                                                                            

Erste Veränderungen erkennbar

Im Vergleich zu den früheren Umfragen sind die Beschäftigten auch dieses Mal im Mittel psychisch stabil. Allerdings zeigen sich bei Personen, die an allen drei Umfragen teilgenommen haben, erste Veränderungen. Prof. Dr. Joachim Fischer erklärt: »Zwar sind die Mittelwerte über 5000 Personen fast identisch wie vor gut einem Jahr. Bei denen, die an allen drei Umfragen teilgenommen haben, zeigen sich Bremsspuren: Jede siebte Person, d. h. 14.5 % der Befragten berichteten über eine relevante Verschlechterung des psychischen Wohlbefindens.« Trotz des Lockdowns melden rund 9 % der Beschäftigten, dass es Ihnen psychisch besser geht als im Herbst 2019. Damit bleiben die Ergebnisse in der Gesamtheit stabil.

Die gefühlte Leistungsfähigkeit im Homeoffice hat sich erhöht

Die Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit im Homeoffice hat sich im Gegensatz zu März 2020 erhöht. 44 % der Beschäftigten geben an, dass Ihre Leistungsfähigkeit im Vergleich zur Arbeit im Büro gestiegen ist. Allerdings verfestigt sich auch die Wahrnehmung, im Homeoffice mehr als sonst arbeiten zu müssen. Grundsätzlich gilt, dass Beschäftigte psychisch stabiler sind, wenn sie sich mit ihrer Arbeit identifizieren können. Neben der Freude an der Tätigkeit ist ebenfalls ausschlaggebend, wie das Unternehmen geführt wird. Das Gefühl eines sicheren Arbeitsplatzes und unterstützender Führung trägt viel zur psychischen Stabilität bei. Prof. Dr. Joachim Fischer fasst zusammen: »Unternehmen, die sich in der jetzigen Situation bemüht haben, transparenter zu werden und wertschätzender mit den Beschäftigten umzugehen, stärken deren Wohlbefinden.«

Das Wir-Gefühl lässt nach

Grundsätzlich geben Beschäftigte Ihren Arbeitgebern gute Noten. Zwei Drittel der Beschäftigten geben an, dass ihr Arbeitgeber sie vorbildlich unterstützt. Doch hinsichtlich des generellen Engagements zur Bewältigung der Pandemie sei der Einsatz gesunken. Lediglich 28 % der Deutschen sind der Meinung, dass sich der eigene Arbeitgeber über das Unternehmen hinaus zur Bewältigung der Pandemie einsetzt (im März waren es noch 48 %). »Diese abnehmende Tendenz zeigt sich auch bei der Einschätzung des ‚Wir-Gefühls‘, dass noch im März 50 % der Befragten als stärkend erlebt haben. Im November erleben das nur noch 26 % der Beschäftigten so. Das ist ein Ergebnis, dass die Unternehmen ernst nehmen sollten, denn das ‚Wir-Gefühl‘ ist ein bedeutender Faktor für die Bewältigung«, führt Prof. Dr. Joachim Fischer weiter aus.

 

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