DGB: Mindestlohn sorgt für mehr Lohn und Beschäftigung

DGB Text

Gesetzgeber muss Tarifbindung stärken  *  Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro *  Vier Jahre nach seiner Einführung zieht der DGB eine positive Bilanz.

Eine aktuelle DGB-Auswertung neuer Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit belegt die positiven Effekte auf die Verdienst- und Beschäftigungsentwicklung. Sowohl die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als auch die Löhne haben sich seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns Anfang 2015 positiv entwickelt. (Betrachtungszeitraum Anfang 2015 bis 2. Quartal 2018)

Bis Ende September 2018 lag das Plus der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland bei 9,6 Prozent. In den neuen Bundesländern (8,9 Prozent) fiel der Zuwachs ähnlich hoch aus wie in Westdeutschland (9,8 Prozent). Mehr als doppelt so hoch war der Anstieg sozialversicherungspflichtiger Teilzeit- und Vollzeit-Beschäftigung (ohne Minijobber) im Gastgewerbe mit 19,4 Prozent und im Bereich Information und Kommunikation mit 17,8 Prozent.

Die Beschäftigten (zumeist Un- und Angelernte) profitierten mit einem Lohn-Plus von 9,4 Prozent seit Einführung des Mindestlohnes. Dies bedeutet einen Anstieg der Löhne von jährlich 2,6 Prozent. Der Anstieg der Löhne war dabei in Ostdeutschland (14,1 Prozent) stärker als in Westdeutschland (9,0 Prozent).

Beschäftigten- und Verdienstentwicklung im Detail

  • Seit Einführung des Mindestlohns konnten die Beschäftigten (vor allem Un- und Angelernte) einen Lohnanstieg von 9,4 Prozent verzeichnen.
  • Im Gastgewerbe kam es bundesweit zu einem Anstieg der Löhne der Un- und Angelernten um 10,5 Prozent. In dieser Zahl sind MinijobberInnen nicht enthalten. In Ostdeutschland betrug der Zuwachs 17,9 Prozent, im Westen 9,8 Prozent.
  • Auch die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verlief in Deutschland mit einem Zuwachs von 9,6 Prozent positiv (Ost: 8,9 Prozent, West: 9,8 Prozent).
  • Im Gastgewerbe ist der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Teilzeit- und Vollzeit-Beschäftigung (ohne Minijobber) mit 19,4 Prozent besonders stark ausgefallen. Im Wirtschaftszweig Heime und Sozialwesen gab es ein Plus von 15,4 Prozent (Ost: 14,5 Prozent, West: 15,6 Prozent). Aber auch im Wirtschaftszweig Verkehr und Lagerei gab es in Deutschland 16,3 Prozent mehr Beschäftigte (Ost: 15,5 Prozent, West: 16,5 Prozent).

Die wenig perspektivreichen und Altersarmut provozierenden Minijobs (hier: ausschließlich geringfügige Beschäftigung) sind in Gesamtdeutschland seit Einführung des Mindestlohns um 7,1 Prozent zurückgegangen (Ost: -10,2 Prozent, West: -6,6 Prozent). Rund die Hälfte der ausschließlich geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse wurde in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt.

  

  LINKS  

  •  ...

 

0,5 Millionen weniger Niedriglohnjobs im April 2022 gegenüber April 2018
7,5 Millionen Beschäftigte verdienten weniger als 12,50 Euro brutto je Stunde - Besserverdienende hatten im April 2022 einen 3,28-mal höheren Bruttostundenlohn als Geringverdienende Knapp jede und jeder fünfte abhängig Beschäftigte (19 %) in...
Einheitlicher Mindestlohn trifft auf große regionale Unterschiede
Die Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro zum Oktober 2022 betrifft die Regionen in Deutschland unterschiedlich stark. Insbesondere in ländlichen Regionen Ostdeutschlands gab es vor der Erhöhung einen relativ hohen Anteil an Beschäftigten mit...
Ausmaß und Struktur geringfügiger Beschäftigung in Deutschland
Nach Angaben der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit haben im Februar 2022 von den rund 7.284.000 geringfügig Beschäftigten rund 1.518.000 (21 Prozent) über keinen Berufsabschluss verfügt. Das geht aus einer Antwort der...

Mastodon
Wir benutzen Cookies
Der BildungsSpiegel setzt auf seiner Website sog. Cookies ein. Einige von ihnen sind für den reibungslosen Betrieb essentiell, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Website zur Verfügung stehen.