NRW reformiert die Lehrkräfteausbildung
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Praxisnäher, offener, zukunftsfester: Lehramtsstudium in NRW wird reformiert
Wer heute Lehramt studiert, verbringt einen Großteil der Ausbildungszeit fernab der Schule – mit Theoriepapieren statt Unterrichtserfahrung. Das soll sich in Nordrhein-Westfalen künftig ändern: Das Land modernisiert seine Lehrkräfteausbildung grundlegend, mit mehr Praxis im Studium, einem neu zugeschnittenen Vorbereitungsdienst und neuen Zugangswegen in den Beruf.
Lehrerberuf neu denken
Nordrhein-Westfalen stellt seine Lehrkräfteausbildung auf neue Grundlagen. Der Ausschuss für Schule und Bildung sowie der Wissenschaftsausschuss des Landtags haben die entsprechenden Beratungen abgeschlossen und die Reform empfohlen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags treten Änderungen im Lehrerausbildungsgesetz und in der Lehramtszugangsverordnung in Kraft.
Die Reform ist Teil des Schulkompasses NRW 2030 und geht auf einen Bericht der Landesregierung aus dem Vorjahr zurück, in den Verbände, Hochschulen und Ausbildungszentren ihre Erfahrungen eingebracht hatten.
Mehr Schulpraxis von Anfang an
Das Eignungs- und Orientierungspraktikum wird verlängert; das Berufsfeldpraktikum soll künftig grundsätzlich an Schulen stattfinden. Studierende sollen so frühzeitig echte Unterrichtserfahrungen sammeln und ein realistischeres Bild vom Lehrberuf gewinnen.
Sonderpädagogik und sprachliche Bildung gestärkt
Die Ausbildung für das Lehramt an Förderschulen wird stärker auf ein vertieft zu studierendes Unterrichtsfach sowie auf Basis- und Diagnosekompetenzen ausgerichtet. Alle künftigen Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen erwerben Kenntnisse in sprachlicher und mathematischer Grundbildung.
Neu eingeführt wird das Lehramtsfach »Deutsch als Zweitsprache« – zunächst für Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen. Ein überfälliger Schritt: Im vergangenen Schuljahr befanden sich zeitweise rund 100.000 neu zugewanderte Kinder in schulischer Erstförderung.
Neue Wege in den Lehrberuf
Um den Lehrermangel an Berufskollegs zu lindern, ermöglicht die Reform einen Modellversuch mit Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die künftig unter bestimmten Voraussetzungen lehramtsbezogene Masterabschlüsse in technischen Fachrichtungen anbieten können.
Parallel wird der Seiteneinstieg erleichtert: Bewerberinnen und Bewerber mit nur einem Unterrichtsfach erhalten künftig Zugang zum berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst – was auch die Anerkennung ausländischer Abschlüsse vereinfacht.
Die grundständige Ausbildung mit zwei Fächern bleibt der Regelfall.
Vorbereitungsdienst: weniger Bürokratie, mehr Feedback
Bereits zu Jahresbeginn wurde der Vorbereitungsdienst reformiert: einheitliche Rückmeldeformate, schlankere Unterrichtsvorbereitungen und eine modernisierte Staatsprüfung, bei der die kontinuierliche Ausbildungsleistung stärker ins Gewicht fällt als einzelne Prüfungssituationen.
In aller Kürze
NRW modernisiert Lehramtsstudium und Vorbereitungsdienst: mehr Schulpraxis, neue Zugangswege und das neue Fach »Deutsch als Zweitsprache«.
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