Staatsexamen oder Master? Das Lehramtsstudium im Überblick
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Der Weg an die Tafel: Orientierung im Lehramtsstudium
Eine Lehrkraft im Praktikum steht zum ersten Mal vor einer Klasse aus dreißig unruhigen Jugendlichen. Die Person soll spontan eine Vertretungsstunde in Mathematik leiten. In diesem Moment entscheidet sich oft, ob das Interesse am Lehrberuf den praktischen Anforderungen standhält. Wer diesen Weg einschlagen möchte, steht jedoch zuerst vor einem dichten Dschungel aus Studienordnungen und Länderregeln. Dieser Artikel strukturiert das deutsche Lehramtsstudium und erleichtert die Orientierung.
Föderale Vielfalt prägt den Bildungsweg
Das Studium für angehende Lehrkräfte in Deutschland verläuft nicht einheitlich. Aufgrund des Kulturföderalismus – der verfassungsmäßig verankerten Eigenständigkeit der sechzehn Bundesländer im Bildungsbereich – existieren parallel unterschiedliche Ausbildungssysteme.
Diese länderspezifische Organisation betrifft sowohl die Studienstruktur als auch die Zulassungsvoraussetzungen und die späteren Einsatzmöglichkeiten an den Schulen. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den jeweiligen Landesvorgaben sichert daher den Studienerfolg und erleichtert den späteren Berufseinstieg.
Zwei unterschiedliche akademische Abschlüsse im Vergleich
Hochschulen bieten das Lehramtsstudium in zwei grundlegenden Modellen an. Das traditionelle Modell schließt mit dem Staatsexamen ab, einer staatlichen Prüfung unter Aufsicht des jeweiligen Kultusministeriums.
Demgegenüber steht das gestufte System aus Bachelor und Master of Education, das im Zuge der europäischen Studienreform eingeführt wurde. Während das modularisierte Bachelor-Master-System eine höhere Flexibilität bei einem eventuellen Fachrichtungswechsel bietet, konzentriert sich das Staatsexamen von Beginn an intensiv auf die spätere Lehrtätigkeit. Beide Wege führen gleichermaßen zum Ziel, erfordern jedoch eine unterschiedliche Studienorganisation.
Die Einteilung nach Schulformen und Lehramtstypen
Das Studium richtet sich gezielt nach dem angestrebten Lehramtstyp, der sich an den verschiedenen Schulformen orientiert. Das System unterscheidet zwischen dem Lehramt an Grundschulen, an Haupt- und Realschulen, an Gymnasien sowie an beruflichen Schulen und in der Sonderpädagogik.
Jede dieser Fachrichtungen stellt spezifische Anforderungen an die pädagogische und fachwissenschaftliche Ausbildung. Während im Grundschullehramt die Vermittlung grundlegender Lerntechniken und breiterer Fächerkombinationen im Vordergrund steht, verlangt das Gymnasiallehramt eine vertiefte wissenschaftliche Ausbildung in meist zwei Hauptfächern.
Numerus Clausus und die Hürden der Fächerwahl
Häufig beschränkt ein Numerus Clausus – eine lokale Zulassungsbeschränkung basierend auf dem Abiturnotenschnitt – den Zugang zu bestimmten Studiengängen. Besonders beliebte Fächerkombinationen oder begehrte Studienorte weisen oft hohe Hürden auf.
Demgegenüber stehen Mangelfächer, in denen die Nachfrage nach Lehrkräften das Angebot an Absolventen weit übersteigt. Eine strategische Fächerwahl unter Berücksichtigung des aktuellen Arbeitsmarktes erhöht die Chancen auf eine schnelle Anstellung nach dem Studium erheblich.
Vorbereitungsdienst als Brücke in die Schulpraxis
An das universitäre Studium schließt sich zwingend die zweite Phase der Ausbildung an: der Vorbereitungsdienst, im Sprachgebrauch auch als Referendariat bezeichnet. Diese Phase dauert je nach Bundesland zwischen zwölf und vierundzwanzig Monaten.
Hier erwerben angehende Lehrkräfte unter Anleitung erfahrener Mentoren die praktische Lehrbefähigung direkt an einer Ausbildungsschule. Der Vorbereitungsdienst endet mit dem Zweiten Staatsexamen beziehungsweise der Staatsprüfung und bildet die formale Voraussetzung für eine dauerhafte Einstellung im Schuldienst.
Mobilität und gegenseitige Anerkennung
Die Kultusministerkonferenz sichert die grundlegende Mobilität der Absolventen zwischen den einzelnen Bundesländern. Trotz dieser formalen Vereinbarungen zur gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen und Abschlüssen kommt es in der Praxis gelegentlich zu bürokratischen Hindernissen.
Wer nach dem Studium das Bundesland wechseln möchte, muss mit Nachprüfungen oder der Pflicht zur Nachqualifikation in einzelnen Fächern rechnen. Bildungsforscher weisen darauf hin, dass eine frühzeitige Selbsteinschätzung Fehlentscheidungen im Studienverlauf signifikant minimieren könne.
Die Nutzung von standardisierten Online-Self-Assessments wie dem bekannten Verfahren »Career Counselling for Teachers« hilft Studieninteressierten bereits vor dem Start, die eigenen Erwartungen mit den realen Anforderungen des Berufs abzugleichen.
In aller Kürze
Das Lehramtsstudium in Deutschland ist durch den Föderalismus geprägt. Der Beitrag strukturiert die akademischen Wege über Staatsexamen oder Bachelor und Master sowie den anschließenden Vorbereitungsdienst.
VERWEISE
- vgl.: »CHE kurz + kompakt: Lehramt studieren« ...
- vgl.: »Daten-CHECK: Lehramt studieren« ...
- siehe auch: »CCT: Information und Selbsterkundung für den Lehrberuf« ...
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