Arbeitszeitstatistik 2025: Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Schnitt 39,9 Wochenstunden

Themenkreis Arbeitswelt und Beruf (Symbolbild)

Alltag und Erwerbsarbeit

Der Übergang von der Betriebsversammlung zur Abholung der Kinder am frühen Nachmittag prägt den Alltag vieler Erwerbstätiger. Während in den Chefetagen die Debatte über den Fachkräftemangel läuft, organisieren Familien den Spagat zwischen Job und Privatleben oft über eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitsstunden.

Auch der schrittweise Rückzug aus dem Berufsleben im höheren Alter erfolgt meist über verkürzte Arbeitszeiten. Die Verteilung dieser Arbeitsstunden verschiebt sich in Deutschland seit Jahren kontinuierlich.

Entwicklung der Wochenarbeitszeit im Zehnjahresvergleich

Die wöchentliche Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland ist im vergangenen Jahrzehnt leicht gesunken. Im Jahr 2025 arbeiteten abhängig Beschäftigte in Vollzeit durchschnittlich 39,9 Stunden pro Woche. Das Statistische Bundesamt (Destatis) ermittelte diese Daten im Rahmen des Mikrozensus – einer repräsentativen Haushaltsbefragung. Im Jahr 2015 lag der Wert noch bei 40,5 Wochenstunden. Gegenüber dem Vorjahr 2024 blieb die Arbeitszeit im Vollzeitbereich stabil.

Parallel dazu erhöhte sich das Arbeitspensum in der Teilzeitbeschäftigung. Beschäftigte mit reduzierter Stundenzahl leisteten 2025 im Durchschnitt 21,3 Wochenstunden. Dies entspricht einem Zuwachs von 2,0 Stunden im Vergleich zu 2015, als der Schnitt bei 19,3 Stunden lag. Im Vergleich zu 2024 stellt dies eine minimale Steigerung um 0,1 Stunden dar.

Über alle abhängig Beschäftigten hinweg ergab sich für das Jahr 2025 ein Durchschnitt von 34,0 Arbeitsstunden pro Woche. Dieser Gesamtwert verringerte sich im Vergleich zu 2015 um 0,4 Stunden und blieb gegenüber 2024 konstant.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Teilzeitquote

Der Anteil der Teilzeitkräfte an der Gesamtbelegschaft erreichte im Jahr 2025 mit 31,9 Prozent einen neuen Höchststand. Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit weiterhin deutlich häufiger als Männer. Im Jahr 2025 ging mit 50,6 Prozent jede zweite erwerbstätige Frau einer Teilzeitbeschäftigung nach. Bei den Männern betraf dies mit 14,3 Prozent etwa jeden siebten Beschäftigten. Beide Geschlechter verzeichneten damit Höchstwerte bei den Teilzeitquoten. Der langfristige Anstieg fiel bei den Männern prozentual kräftiger aus: Zehn Jahre zuvor, im Jahr 2015, lag die Quote bei den Frauen noch bei 48,0 Prozent und bei den Männern bei 10,6 Prozent.

Einfluss von Elternschaft auf die Arbeitszeitgestaltung

Besonders ausgeprägt zeigt sich die ungleiche Verteilung der Arbeitszeit bei Eltern im Alter zwischen 25 und 49 Jahren. Knapp zwei Drittel der erwerbstätigen Mütter mit Kindern unter 18 Jahren (66,4 Prozent) arbeiteten im Jahr 2025 in Teilzeit. Bei den Vätern in derselben Altersspanne betrug dieser Anteil lediglich 8,6 Prozent.

Das Alter des Nachwuchses beeinflusst die Teilzeitquote von Eltern kaum signifikant. Zwar sind Mütter jüngerer Kinder seltener überhaupt erwerbstätig, doch bei einer Arbeitsaufnahme bleibt der Teilzeitanteil unabhängig vom Alter der Kinder auf ähnlichem Niveau.

Auch ohne familiäre Betreuungspflichten arbeiten Frauen häufiger in Teilzeit als Männer. In der Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen ohne Kinder betrug die Teilzeitquote bei den Frauen 24,8 Prozent, während sie bei den Männern mit 12,3 Prozent etwa halb so hoch ausfiel.

Hohe Teilzeitquote beim Übergang in den Ruhestand

Mit zunehmendem Alter gewinnt die Reduzierung der Arbeitszeit an Bedeutung. Während die Teilzeitquote bei den 55-jährigen Beschäftigten im Jahr 2025 mit 30,6 Prozent noch leicht unter dem Gesamtdurchschnitt lag, stieg sie bei den 60-Jährigen bereits auf 33,5 Prozent an. Von den erwerbstätigen 65-Jährigen arbeitete mit 53,4 Prozent bereits mehr als die Hälfte in Teilzeit.

Dieser Trend verstärkt sich bei Personen, die über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus im Berufsleben verbleiben. Im Alter von 70 Jahren befand sich mit 90,3 Prozent die überwiegende Mehrheit der verbliebenen Arbeitskräfte in einem Teilzeitverhältnis. Diese Tendenz lässt sich bei Frauen und Männern gleichermaßen beobachten, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau.


In aller Kürze
Die Wochenarbeitszeit von Vollzeitkräften sank bis 2025 leicht auf 39,9 Stunden, während Teilzeitstunden auf 21,3 stiegen. Jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, besonders Mütter und ältere Erwerbstätige reduzieren stark. 


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