Rekordwert: Frauenanteil in MINT-Studiengängen steigt auf 36 Prozent

Themenkreis Frauen in Beruf und Karriere (Symbolbild)

Aufwärtstrend bei Frauen in MINT-Studiengängen erreicht neuen Höchststand

Der Anteil weiblicher Studierender in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) hat im Studienjahr 2024 ein Rekordniveau erreicht.

Nach aktuellen Destatis-Daten entfielen 36 Prozent der Erstsemester in diesen Fachrichtungen auf Frauen. Dieser Zuwachs unterstreicht eine langfristige Entwicklung, da die Quote zehn Jahre zuvor noch bei 31 Prozent lag. Trotz der positiven Tendenz im Hochschulsektor bleibt die Geschlechterverteilung in der beruflichen Ausbildung weitgehend stabil auf einem niedrigeren Niveau.

Strukturelle Entwicklung und fachspezifische Unterschiede

Obwohl Frauen insgesamt 52 Prozent aller Studienanfänger*innen stellen, wählen sie MINT-Fächer weiterhin seltener als männliche Bewerber. Innerhalb der Fachgruppen zeigt sich zudem eine starke Segmentierung: Während in der »Innenarchitektur« ein Frauenanteil von 87 Prozent verzeichnet wurde, lag dieser in der »Fahrzeugtechnik« lediglich bei 10 Prozent.

In der Gesamtschau entschieden sich rund 318.800 Personen für ein MINT-Studium, was 39 Prozent aller Erstsemester entspricht. Die populärsten Fachrichtungen waren dabei »Informatik«, »Maschinenbau/-wesen« und »Wirtschaftsinformatik«.

Divergenz zwischen akademischer und beruflicher Bildung

Im Gegensatz zum akademischen Bereich verharrt der Frauenanteil in MINT-Ausbildungsberufen auf einem deutlich niedrigeren Stand. Im Jahr 2024 starteten etwa 167.700 Personen eine entsprechende Ausbildung, wobei lediglich 12 Prozent der Verträge mit Frauen abgeschlossen wurden. Diese Quote hat sich im Zehnjahresvergleich kaum verändert.

Besonders deutlich wird die geschlechtsspezifische Wahl in technischen Handwerksberufen wie der »Anlagemechanik für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik« mit nur 3 Prozent Frauenanteil, während kreative oder gesundheitsnahe MINT-Berufe wie die »Augenoptik« von Frauen dominiert werden.

Bildungspolitische Bedeutung des Trends

Die Zunahme weiblicher Erstsemester im MINT-Sektor deutet auf einen Erfolg bildungspolitischer Fördermaßnahmen hin, die auf eine Reduktion des Fachkräftemangels in technischen Innovationsfeldern abzielen. Während die absolute Zahl der MINT-Studienanfänger*innen gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent stieg, liegt sie im langfristigen Zehnjahresvergleich noch um 5 Prozent unter dem Niveau von 2014.

Der kontinuierliche Anstieg des Frauenanteils kompensiert somit teilweise demografische oder interessengeleitete Rückgänge und trägt zur Diversifizierung zukunftsrelevanter Berufsfelder bei.

Zur Methodik
Die Ergebnisse zu Studierenden und Prüfungen an Hochschulen in Deutschland entstammen der amtlichen Hochschulstatistik. Um auch Fachwechsel zu erfassen, wurden hier überwiegend die Zahlen der Studierenden im 1. Fachsemester verwendet. Diese Zahlen sind deutlich höher als die der Anfänger und Anfängerinnen im 1. Hochschulsemester, die häufig in anderen Publikationen auftauchen.
Studienjahre setzen sich zusammen aus dem jeweiligen Sommersemester und dem folgenden Wintersemester (Studienjahr 2024 = Sommersemester 2024 + Wintersemester 2024/2025).
Die Angaben zu den Auszubildenden entstammen der amtlichen Datenerhebung auf Grundlage des § 88 Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und beinhalten Daten zu Ausbildungsberufen nach BBiG oder der Handwerksordnung (HwO). 


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