Duale Berufsausbildung: 2,8 Prozent weniger Neuverträge im Jahr 2025

Themenkreis Arbeitswelt und Beruf (Symbolbild)

Statistisches Bundesamt meldet Fortsetzung des Abwärtstrends bei Azubis

Die Attraktivität der dualen Berufsausbildung – der koordinierten Qualifizierung in Betrieb und Berufsschule – steht vor neuen Herausforderungen. Im Jahr 2025 begannen rund 461.800 Personen eine entsprechende Ausbildung.

Dies entspreche laut vorläufigen Erhebungen einem Rückgang von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was einem absoluten Minus von 13.300 Neuverträgen gleichkomme. Damit verstetige sich die bereits im Jahr 2024 beobachtete Tendenz sinkender Abschlusszahlen, nachdem zwischen 2021 und 2023 noch moderate Zuwächse dokumentiert worden seien.

Langfristige Trends und strukturelle Entwicklung

Die aktuelle Entwicklung markiere eine Fortführung der negativen Dynamik aus dem Vorjahr, in dem bereits ein Minus von 1,0 Prozent verzeichnet worden sei. Zuvor hätten die Jahre 2021 bis 2023 mit Steigerungsraten zwischen 0,6 und 2,1 Prozent eine Phase der Erholung signalisiert. Die Gesamtzahl aller Auszubildenden über sämtliche Jahrgänge hinweg reduziere sich zum Stichtag am 31. Dezember 2025 auf etwa 1.207.900 Personen. Dies stelle eine Verringerung des Gesamtbestandes um 0,8 Prozent gegenüber 2024 dar.

Trotz der rückläufigen Gesamtentwicklung bilden Industrie und Handel mit 677.100 sowie das Handwerk mit 342.700 Auszubildenden weiterhin das Rückgrat des deutschen Ausbildungssystems. Dahinter folgen die freien Berufe mit 113.100 sowie der öffentliche Dienst mit 40.700 aktiven Lernverhältnissen.

Geschlechterspezifische Disparitäten in den Fachbereichen

Die Verteilung der Neuverträge weise weiterhin eine deutliche Geschlechterdifferenz auf. Rund 295.400 Männer stünden 166.400 Frauen gegenüber, was einem Männeranteil von 64 Prozent entspreche. Besonders ausgeprägt zeige sich diese Segmentierung im Handwerk und in der Landwirtschaft, wo der Anteil männlicher Auszubildender bei 81 beziehungsweise 74 Prozent liege.

Im Gegensatz dazu dominieren Frauen in den freien Berufen – zu denen unter anderem die Ausbildung zur »medizinischen Fachangestellten« oder zur »Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten« gehöre – mit einem Anteil von 89 Prozent. Auch in der Hauswirtschaft (80 Prozent) sowie im öffentlichen Dienst (63 Prozent) stellen Frauen die Mehrheit der Neustartenden dar.

Hintergrund
Die vorliegenden Zahlen basieren auf der amtlichen Datenerhebung nach dem Berufsbildungsgesetz. Sie erfassen ausschließlich Verträge, die im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung geschlossen wurden. Nicht enthalten sind schulische Ausbildungen an Berufsfachschulen oder Qualifizierungen im Gesundheitswesen, wie etwa in der Pflege.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Statistik keine Rückschlüsse auf das Angebot an Ausbildungsplätzen oder die Anzahl unbesetzter Stellen zulasse. Für die Auswertung in Nordrhein-Westfalen seien für einzelne Bereiche teilweise Daten aus dem Vorjahr herangezogen worden, um eine statistische Gesamtaussage zu ermöglichen.


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