Regionale Arbeitsmarktprognosen 2026: In den meisten Bundesländern sinkt die Beschäftigung
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IAB-Prognose 2026: Arbeitsmarkt steht vor bundesweitem Strukturwandel
Für das Jahr 2026 zeichnet sich am deutschen Arbeitsmarkt eine deutliche Zäsur ab. Erstmals seit der Finanzkrise im Jahr 2009 wird ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erwartet – also jener Arbeitsverhältnisse, die voll in die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung einzahlen.
Dieser Abwärtstrend betrifft laut der aktuellen Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zehn der 16 Bundesländer sowie mehr als die Hälfte aller Agenturbezirke.
Gleichzeitig müssen sich drei Viertel der Regionen auf eine steigende Zahl an Arbeitsuchenden einstellen, wobei das bestehende Nord-Süd-Gefälle sowie die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Räumen bestehen bleiben.
Regionale Divergenzen bei der Beschäftigungsentwicklung
Die Dynamik am Beschäftigungsmarkt verliert im Jahr 2026 erheblich an Kraft. Während das IAB für Hamburg, Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen und Brandenburg noch leichte Zuwächse zwischen 0,1 und 0,5 Prozent prognostiziert, geraten andere Regionen unter Druck. Besonders deutlich zeigt sich die rückläufige Tendenz im Saarland mit einem Minus von 1,2 Prozent und in Sachsen-Anhalt mit 1,0 Prozent.
Ein struktureller Trend lässt sich zudem beim Vergleich der Siedlungsstrukturen beobachten: In den kreisfreien Großstädten stagniert die Zahl der Arbeitsplätze weitgehend, während sie in städtisch geprägten Kreisen sowie in dünn besiedelten ländlichen Gebieten weiter abnimmt.
Anstieg der Erwerbslosigkeit in Ost und West
Die Prognose geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in 13 von 16 Bundesländern zunimmt. In Ostdeutschland steigt die Quote voraussichtlich um 0,2 Prozentpunkte auf einen Durchschnittswert von 8,0 Prozent an. Für Westdeutschland wird eine Stabilisierung auf dem Niveau von 6,0 Prozent erwartet. Den stärksten relativen Zuwachs bei den Zahlen der Arbeitsuchenden verzeichnen Berlin mit 3,3 Prozent und Sachsen mit 3,0 Prozent.
Dennoch bleiben die absoluten Quoten ungleich verteilt. Bayern weist mit 4,1 Prozent weiterhin den niedrigsten Wert auf, während die Stadtstaaten Bremen mit 11,6 Prozent und Berlin mit 10,6 Prozent die höchsten Belastungen tragen.
Fehlende Impulse für eine flächendeckende Erholung
Trotz punktueller Lichtblicke fehlt es an einer breiten Basis für eine konjunkturelle Belebung der regionalen Arbeitsmärkte. Lediglich Niedersachsen stellt eine Ausnahme dar, da dort eine wachsende Beschäftigung mit einer sinkenden Arbeitslosigkeit einhergeht. Auf Ebene der lokalen Arbeitsagenturen trifft diese positive Kombination jedoch nur auf 23 von insgesamt 144 Bezirken zu.
Das IAB weist darauf hin, dass eine durchgreifende Erholung in der Breite nicht absehbar sei. Das vertraute regionale Gefälle bleibe festgeschrieben, da insbesondere die süddeutschen Bundesländer ihre stabilere Position im Vergleich zum Rest der Republik behaupten könnten. Eine Reduzierung der Arbeitslosenquote lasse sich im Jahr 2026 voraussichtlich in keinem einzigen Bundesland feststellen.
Zusammenfassung in Thesenform
- Im Jahr 2026 schrumpft die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland erstmals seit 2009.
- Der Beschäftigungsrückgang trifft insbesondere ländliche Räume und Bundesländer wie das Saarland sowie Sachsen-Anhalt.
- Die Arbeitslosigkeit steigt bundesweit in drei Vierteln aller Agenturbezirke an.
- Das wirtschaftliche Gefälle zwischen Süddeutschland und den übrigen Regionen verfestigt sich weiter.
- Einzig in Niedersachsen zeigt sich ein positiver Trend aus steigender Beschäftigung und sinkender Arbeitslosigkeit.
- Eine flächendeckende Erholung der regionalen Arbeitsmärkte ist im Prognosezeitraum nicht zu erwarten.
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