GSW-Rahmenprogramm 2026–2032: Strategien für den gesellschaftlichen Wandel
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Strategische Weichenstellung für die GSW-Forschung
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) legt mit dem neuen Rahmenprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften (GSW) die inhaltlichen Schwerpunkte für die Jahre 2026 bis 2032 fest. Diese Initiative ist als strategisches Forschungsfeld fest in der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) verankert.
Das Programm definiert die Ziele der Projektförderung über einen Zeitraum von sieben Jahren und informiert sowohl die Fachöffentlichkeit als auch die allgemeine Bevölkerung über die politische Ausrichtung dieser Disziplinen.
Sicherung von Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt
Ein zentraler Bereich der Förderung umfasst die Untersuchung des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Hierbei findet ein Ausbau der Demokratieforschung statt. Eine spezifische Rahmenbekanntmachung, die sich mit gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen demokratischer Systeme befasst, steht unmittelbar vor der Veröffentlichung. Bestehende Forschungslinien zum sozialen Zusammenhalt sowie zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit setzt das Ministerium fort.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Analyse von Extremismus und Radikalisierung, wobei Untersuchungen zu Antisemitismus eine vorrangige Rolle einnehmen. Ergänzend ist eine neue Initiative zur Jüdischen Gegenwartsforschung vorgesehen. Auch die Friedens- und Konfliktforschung, die Osteuropaforschung sowie die Entwicklung sozialwissenschaftlicher Forschungsdateninfrastrukturen erfahren weiterhin Unterstützung.
Gestaltung des technologischen Wandels
Die Kooperation zwischen den Geistes- und Sozialwissenschaften und den Technikwissenschaften wird durch neue Initiativen intensiviert. Den GSW kommt dabei die Aufgabe zu, eine verantwortungsvolle und am Menschen orientierte Nutzung neuer Technologien zu ermöglichen.
Wissenschaftliche Analysen untersuchen ethische, soziale und politische Bedingungen, die für die Akzeptanz von Innovationen notwendig sind. Im Fokus steht hierbei insbesondere die Entwicklung und Anwendung Künstlicher Intelligenz. Ziel ist die Identifikation von Gelingensbedingungen für den technologischen Fortschritt innerhalb der Gesellschaft.
Kulturerbe als gesellschaftliches Fundament
Das Kulturelle Erbe wird als wesentliche Basis für die Stabilität einer Gesellschaft betrachtet. Es dient als Quelle, um aus historischen Erfahrungen und Innovationen früherer Generationen für die Zukunft zu lernen. Das Förderkonzept »Kulturerbe als Ressource für eine zukunftsfähige Gesellschaft« lenkt den Blick verstärkt auf das Anwendungspotenzial historischer Güter in der Gegenwart.
Auf internationaler Ebene beteiligt sich das BMFTR zudem an der Europäischen Partnerschaft »Resilient Cultural Heritage«.
Freiräume für exzellente Forschung
Zur Unterstützung individueller wissenschaftlicher Profilbildung sieht das Rahmenprogramm Formate vor, die Raum für selbst gewählte Forschungsfragen bieten. Ein Beispiel hierfür sind die Käte Hamburger Kollegs. Diese ermöglichen Forschenden eine intensive Auseinandersetzung mit eigenen Themenstellungen.
Zusätzliche international ausgerichtete Angebote fördern die Produktion von Wissen über verschiedene Weltregionen und stärken die globale Vernetzung der deutschen Wissenschaftslandschaft.
In aller Kürze
Das BMFTR-Rahmenprogramm 2026–2032 fokussiert die Geistes- und Sozialwissenschaften auf Demokratieerhalt, den ethischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz und die Nutzung des Kulturerbes als Ressource für die Zukunft.
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