EU-Strategie 2026–2030: Beschleunigung der Gleichstellung in allen Lebensbereichen

Themenkreis Frauen in Beruf und Karriere (Symbolbild)

Die EU-Kommission hat ihre Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter für den Zeitraum 2026 bis 2030 vorgestellt

Das Programm zielt darauf ab, die Gleichberechtigung systematisch in Bereiche wie Bildung, Gesundheit, Wirtschaft und das öffentliche Leben zu integrieren.

Angesichts aktueller Prognosen, wonach die vollständige Gleichstellung in der EU beim derzeitigen Tempo erst in 50 Jahren erreicht wäre, setzt die Initiative auf eine Beschleunigung der Prozesse und die Einbeziehung neuer technologischer Herausforderungen.

Bekämpfung von Cybergewalt und technologischen Risiken

Ein Schwerpunkt der neuen Strategie liegt auf dem Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt im digitalen Raum. Die Kommission adressiert hierbei insbesondere Bedrohungen durch künstliche Intelligenz, wie etwa die Erstellung sexuell expliziter Deepfakes oder manipulierter Nacktbilder.

Zur Umsetzung dieser Schutzmaßnahmen ist ein strukturierter Dialog mit großen Online-Plattformen auf Basis des Gesetzes über digitale Dienste vorgesehen. Zudem soll ein neuer Aktionsplan gegen Cybermobbing die bestehenden Rechtsvorschriften ergänzen

Geschlechtersensible Gesundheitsversorgung und Forschung

Erstmals definiert die Strategie die Gesundheitsversorgung als eigenständiges Politikfeld. Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation wird eine Leitinitiative zur Verbesserung der medizinischen Qualität für Frauen gestartet.

Ziel ist es, Defizite in der geschlechtersensiblen Forschung, Diagnostik und Behandlung zu beheben. Hierzu gehört unter anderem eine Prüfung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur, inwieweit die Überwachung bei der Zulassung und Verabreichung von Medikamenten stärker nach Geschlechtern differenziert werden kann.

Wirtschaftliche Teilhabe und gesellschaftlicher Wandel

Zur Steigerung des Wohlstands sieht das Programm Maßnahmen vor, die Frauen verstärkt in MINT-Berufe sowie in die Bereiche Forschung und Innovation führen sollen. Parallel dazu fördert das Konzept »Boys in HEAL« die Gewinnung von Männern für Berufe im Gesundheits- und Bildungswesen.

Um die wirtschaftliche Stellung weiter zu stärken, wird die Umsetzung der Entgelttransparenz-Richtlinie forciert und der Zugang zu Finanzmitteln für Unternehmerinnen verbessert. Ein neuer Ansatz der Strategie ist zudem die aktive Einbeziehung von Männern und Jungen, um Polarisierungen entgegenzuwirken und den gesellschaftlichen Wandel gemeinschaftlich zu gestalten


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