4,57 Millionen arbeiten befristet – Zufrieden, aber unsicher

BAuA: Hohe Zufriedenheit trotz Arbeitsplatzunsicherheit
In Deutschland sind rund 4,57 Millionen Menschen in einem befristeten Arbeitsverhältnis tätig. Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes und der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 schätzen sie ihre Arbeit überwiegend positiv ein, erleben jedoch gleichzeitig eine deutlich höhere Arbeitsplatzunsicherheit als unbefristet Beschäftigte.
Hohe Befristungsanteile in bestimmten Berufen
Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede je nach Qualifikation und Branche. Besonders häufig betroffen sind laut BAuA Personen ohne Ausbildung (16 Prozent) sowie Beschäftigte mit Hochschulabschluss (11 Prozent). Auch im öffentlichen Dienst ist der Anteil hoch: 41 Prozent der befristet Beschäftigten arbeiten dort, während es bei unbefristeten Kolleginnen und Kollegen nur 22 Prozent sind.
Überdurchschnittlich viele Befristungen finden sich zudem in lehrenden und ausbildenden Berufen (33 Prozent) sowie in medizinischen Gesundheitsberufen (14 Prozent).
Weiterbildung und Arbeitszufriedenheit positiv bewertet
Sowohl befristet als auch unbefristet Beschäftigte beurteilen ihre Weiterbildungsmöglichkeiten überwiegend positiv. Die Zufriedenheit mit der eigenen Tätigkeit liegt in beiden Gruppen auf hohem Niveau: 91 Prozent der befristet Beschäftigten und 92 Prozent der unbefristet Beschäftigten äußern sich zufrieden.
Deutlich höhere Unsicherheit bei befristet Beschäftigten
Trotz hoher Arbeitszufriedenheit empfinden befristet Beschäftigte ihre berufliche Lage als riskanter. 24 Prozent berichten von einer starken Arbeitsplatzunsicherheit, während dieser Wert bei unbefristet Beschäftigten nur 3 Prozent beträgt.
Befristet Beschäftigte schätzen ihre Gesundheit besser ein
Interessanterweise bewerten befristet Beschäftigte ihren Gesundheitszustand besser als unbefristet Beschäftigte. 43 Prozent schätzen ihn als ausgezeichnet oder sehr gut ein, bei den unbefristet Beschäftigten liegt dieser Anteil bei 32 Prozent.
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