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Die Weiterbildungsbranche erfindet sich digital neu

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Die Weiterbildungsbranche steckt mitten im digitalen Wandel. Die Corona-Pandemie wirkt einerseits als Trend-Beschleuniger und stellt andererseits Weiterbildungsanbieter vor nie dagewesene Herausforderungen. Das spiegelt sich in einer Umfrage des Weiterbildungsportals kursfinder.de wider, die während des Lockdowns Ende 2020/Anfang 2021 durchgeführt wurde.

Zeitweise ein Verbot von Präsenzseminaren, strenge Hygieneauflagen, fehlende Planbarkeit, die mit einer zurückhaltenden Nachfrage der Weiterbildungsinteressierten einhergeht: Die Voraussetzungen für den Schulungsbetrieb waren noch nie so schwierig wie zu Zeiten von Corona. Dennoch rechnen Deutschlands Weiterbildungsanbieter nach einem harten Jahr 2020 mehrheitlich mit einer Entspannung der Lage in diesem Jahr: 41% der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass sich 2021 ihr Umsatz erhöhen wird – ohne die Kurspreise anzuheben. Die Anbieter kalkulieren mit mehr Seminarteilnehmern als 2020, wo rund zwei Drittel der Befragten rückläufige Teilnehmerzahlen aufgrund der Corona-Pandemie verzeichnete.


Online-Seminare: Die Gewinner der Pandemie

Mit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 lautete das Motto der Weiterbildungsanbieter »Alles auf online!« Der Verbot von Präsenzkursen beschleunigte den Digitalisierungstrend: Wer weiterhin Seminare anbieten wollte, musste schnellstmöglich sein Kursangebot auf online umstellen. Das hat bisherige Trends der Weiterbildungsindustrie deutlich verschoben: Der im Vorjahr aufstrebende Trend zu Inhouse-Kursen, bei denen der Trainer ins Unternehmen kommt, wurde gestoppt und bildet in der aktuellen Umfrage das Schlusslicht der beliebtesten Weiterbildungsarten. Deutlicher Gewinner der Corona-Krise sind Online-Kurse: Belegten sie im Vorjahreszeitraum einen der hintersten Ränge (10%) bei der Beliebtheit der Weiterbildungsarten, so gibt nun nahezu die Hälfte der befragten Weiterbildungsanbieter (47%) an, dass diese Kursart 2020 bevorzugt gebucht wurde.

Präsenzseminare sind trotz Pandemie ungebrochen beliebt, jedoch aufgrund der Corona-Maßnahmen rückläufig. 2019 waren diese für 55% der Bildungsanbieter die Kursart schlechthin. Trotz eingeschränktem Präsenzbetrieb im vergangenen Jahr geben ein Drittel der Teilnehmer der aktuellen Umfrage (33%) diese weiterhin als bevorzugt gebuchte Weiterbildungsart an. Die Zeit der Corona-Lockerungen wurde offenbar rege genutzt.


Anbieterimage, individuelle Anpassung der Kursinhalte und Service sind A und O

Zurück auf Anfang heißt es in der Weiterbildungsbranche jedoch nicht: Den Trend zu E-Learning-Angeboten hält die Mehrheit der Weiterbildungsanbieter in Deutschland für nachhaltig – und nicht nur der Situation geschuldet. 89% der Umfrageteilnehmer wollen deshalb ihr Online-Angebot in Zukunft weiter ausbauen und reagieren damit zugleich auf den Wunsch nach mehr Flexibilität von Seiten der Weiterbildungsinteressenten. Für diese spielen in Corona-Zeiten laut Angaben der Umfrageteilnehmer ein gutes Image des Seminaranbieters, die individuelle Anpassung von Seminarinhalten an die eigenen Bedürfnisse sowie ein guter Kundenservice eine maßgebliche Rolle bei der Wahl des passenden Weiterbildungsanbieters.


Hintergrund
Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von 66 Weiterbildungsanbietern in Deutschland. Die Untersuchung wurde Ende 2020/Anfang 2021 via Online-Befragung durchgeführt.

 

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