EU plant »Zentren beruflicher Exzellenz«

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Ende Juli 2020 hat die EU-Kommission vorgeschlagen, fünf neue Plattformen für Zentren der beruflichen Exzellenz im Rahmen von Erasmus+ zu finanzieren, um den Erfordernissen einer innovativen, integrativen und nachhaltigen Wirtschaft gerecht zu werden.

Die Plattformen werden im Rahmen von Erasmus+ mit einem Höchstbetrag von jeweils 4 Millionen Euro finanziert; ihre Tätigkeit umfasst Bereiche wie umweltfreundliche Innovationen und ökologische Gestaltung von Städten, Mikroelektronik sowie die Möbel- und Holzbranche. Sie leisten auch einen Beitrag zur Verwirklichung wichtiger europäischer Prioritäten wie digitaler und grüner Wandel, nachhaltiges Wachstum sowie soziale Gerechtigkeit und Inklusion.

Unter 55 Bewerbungen wurden diese fünf Plattformen für berufliche Exzellenz neu ausgewählt, an denen 167 Partnerorganisationen aus 17 Mitgliedstaaten und 4 weiteren am Programm Erasmus+ teilnehmenden Ländern beteiligt sind.

Die ausgewählten Projekte werden sich auf die Entwicklung von Kompetenzökosystemen konzentrieren und durch die Entwicklung innovativer Lehrpläne und Lehrmethoden ihre Qualität und Anpassungsfähigkeit steigern.

Der für die Förderung unserer europäischen Lebensweise zuständige Kommissions-Vizepräsident, Margaritis Schinas, sagte dazu: »Europa braucht eine Revolution im Kompetenzbereich, die alle Menschen mitnimmt und niemanden zurücklässt. Zu diesem Zweck haben wir kürzlich eine neue, ambitionierte, innovative, messbare und inklusive Agenda für Kompetenzen vorgelegt. Die Initiative der Zentren für berufliche Exzellenz wird die Modernisierung des Bildungssektors weiter fördern, wovon sowohl junge Menschen als auch Erwachsene profitieren, die eine Weiterbildung oder Umschulung benötigen. Diese Initiative trägt dazu bei, innovative Partnerschaften zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen aufzubauen und gemeinsame Aktivitäten mit anderen Bereichen der allgemeinen und beruflichen Bildung einzubinden.«

Nicolas Schmit, der für Beschäftigung und soziale Rechte zuständige Kommissar, fügte hinzu: »Die berufliche Aus- und Weiterbildung ist wichtiger denn je. Den Menschen Zugang zu den Kompetenzen zu eröffnen, die sie benötigen und die ihnen helfen, eine gute Arbeitsstelle zu finden, ist einer unserer wichtigsten Wege zum Aufschwung und stellt den Schlüssel zum ökologischen und digitalen Wandel dar. Unsere Initiativen zur beruflichen Exzellenz stützen sich nach wie vor auf Innovation, transnationale Zusammenarbeit und soziale Gerechtigkeit.«

Die ausgewählten Projekte sind die Antwort auf einen im Wandel begriffenen Arbeitsmarkt und decken sich mit den Prioritäten der europäischen Agenda für Kompetenzen und des Vorschlags für eine Empfehlung des Rates zur beruflichen Aus- und Weiterbildung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz, den die Kommission am 1. Juli vorgelegt hat.

Hintergrund
Zentren für berufliche Exzellenz sorgen dafür, dass es genügend hoch qualifizierte Arbeitskräfte gibt und sind Katalysatoren für lokale Innovation und Unternehmensinvestitionen. Sie fungieren häufig als Wissens- und Innovationszentren für Unternehmen (insbesondere KMU) und fördern bei ihren Absolvent*innen die unternehmerische Initiative, die entsprechenden Fähigkeiten sowie das unternehmerische Denken, beispielsweise durch Gründerzentren. Zentren aus verschiedenen Ländern mit gemeinsamen Interessensschwerpunkten auf bestimmten Branchen können über internationale Kooperationsplattformen zusammenarbeiten.

In den Zentren der beruflichen Exzellenz versammelt sich ein breites Spektrum lokaler, regionaler und nationaler Partner aus verschiedenen Ländern, wie etwa Anbieter beruflicher Erstausbildung und Weiterbildung, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und technische Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Kammern, Sozialpartner, Sozialunternehmen, nationale und regionale Behörden und Entwicklungsagenturen, öffentliche Arbeitsverwaltungen, Organisationen im Bereich soziale Eingliederung und Wiedereingliederung.

Gemeinsam schaffen sie sogenannte »Kompetenzökosysteme« als Treiber für regionale Entwicklung, Innovation, Industrie-Cluster und soziale Inklusion. Darüber hinaus bahnen diese Exzellenzzentren auch Partnerschaften zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen bei den Themen Ausbildungsplätze und Praktika an und sie analysieren in Kooperation mit ihren Partnern den künftigen Qualifikations- und Kompetenzbedarf. So können wir jungen Menschen durch hervorragende berufliche Qualifikationen den Start ins Berufsleben ermöglichen und sowohl Nachwuchsarbeitskräften als auch Erwachsenen das Rüstzeug für eine erfolgreiche Laufbahn in der Arbeitswelt von morgen an die Hand geben. Die Zentren der beruflichen Exzellenz werden sich aktiv am Aufbau von Partnerschaften für die Weiterbildung und Umschulung der Arbeitskräfte im Rahmen des Europäischen Pakts für Kompetenzen beteiligen.

Die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen von Erasmus+ im Jahr 2020 betreffend die Einrichtung einer Plattform für die Exzellenzzentren stieß auf breites Interesse. Es wurden Förderanträge für 55 Projekte mit mehr als 1300 Partnerorganisationen aus allen 27 Mitgliedstaaten und aus 25 Nicht-EU-Ländern gestellt.

 

 

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