Sachsen: Stark steigende Weiterbildungsteilnahme

TNS Infratest: Betriebliche Weiterbildung als wichtigste Säule.
Drei von vier Personen zwischen 18 und 64 Jahren in Sachsen haben sich im Jahr 2012 weitergebildet. Das ist das Ergebnis einer Studie von TNS Infratest im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA).
In Sachsen wurden insgesamt 1.571 Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren persönlich befragt. TNS Infratest untersuchte drei Weiterbildungssegmente: die betriebliche Weiterbildung, die individuelle berufsbezogene Weiterbildung und die nicht berufsbezogene Weiterbildung. Mit knapp drei Vierteln aller Weiterbildungsaktivitäten führt die betriebliche Weiterbildung die Statistik an. Die beiden übrigen Segmente liegen etwa gleichauf.
Die Beteiligungsquote an Kursen oder Schulungen stieg in Sachsen von 2003 bis 2012 um 17 Prozentpunkte auf 55 Prozent. Damit liegt der Freistaat sowohl über dem bundesdeutschen (49 Prozent), als auch über dem ostdeutschen Durchschnitt (53 Prozent).
Männer beteiligten sich 2012 in Sachsen etwas stärker an Weiterbildungsmaßnahmen als Frauen. Das entspricht in etwa dem Muster von Gesamtdeutschland. Arbeiter nehmen in Sachsen mit rund 50 Prozent am seltensten an Weiterbildungsmaßnahmen teil. Die Beteiligungsquoten von Angestellten und Selbständigen liegen bei 73 Prozent und 61 Prozent, die der Beamten bei 85 Prozent. Bei den Motiven für eine Weiterbildung stehen berufsbezogene Gründe im Mittelpunkt. So begründeten 70 Prozent der Befragten ihre Teilnahme damit, ihre berufliche Tätigkeit besser ausüben zu können.
Am meisten nachgefragt waren Weiterbildungsangebote in den Bereichen »Wirtschaft, Arbeit und Recht« (35 Prozent), gefolgt von »Natur, Technik und Computer« (25 Prozent) sowie »Gesundheit und Sport« (19 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen klassische Themenfelder wie »Sprachen, Kultur und Politik« (neun Prozent) und »Pädagogik und Sozialkompetenz« (neun Prozent). Damit liegt Sachsen im ost- und bundesdeutschen Trend.
Das SMWA bietet mit dem Weiterbildungsscheck oder dem Einzelbetrieblichen Förderverfahren individuelle und auf den Bedarf zugeschnittene Fördermöglichkeiten für Weiterbildungsmaßnahmen an.
VERWEISE
- Weitere Informationen ...
- Zur Studie ...
Ähnliche Themen in dieser Kategorie
Nur jeder zehnte Erwerbstätige bildet sich weiter In einer sich stetig wandelnden Arbeitswelt gewinnt lebenslanges Lernen kontinuierlich an Bedeutung. Aktuelle Daten verdeutlichen jedoch eine Diskrepanz zwischen bildungspolitischen Zielen und der tatsächlichen Inanspruchnahme …
Bildungsscheck 2.0: Nordrhein-Westfalen ändert die Förderlogik der Weiterbildung Nordrhein-Westfalen richtet seine Weiterbildungsförderung grundlegend neu aus. Mit dem Start des »Bildungsscheck 2.0« verlagert das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) den …
Sächsischer Landtag beschließt Einführung einer gesetzlichen Qualifizierungszeit Ab dem Jahr 2027 erhalten Beschäftigte in Sachsen einen rechtlich verankerten Anspruch auf bezahlte Freistellung für Weiterbildungszwecke. Der Landtag stimmte am 4. Februar 2026 mehrheitlich für …
Finanzielle Hürden und Informationsdefizite bremsen die Weiterbildung in Deutschland Subjektive Einstellungen, die soziale Herkunft sowie ein ausgeprägter Mangel an Wissen über rechtliche Ansprüche bestimmen maßgeblich, ob Menschen in Deutschland an Weiterbildungsmaßnahmen …
