Jeder dritte Deutsche fühlt sich digital überfordert
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Bitkom-Studie: Digitalkompetenz fehlt quer durch alle Generationen
Das neue Smartphone will eingerichtet, der Online-Ausweis aktiviert, das Videogespräch mit der Familie gestartet werden – was für viele selbstverständlich klingt, überfordert einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung regelmäßig. Wie groß diese Lücke wirklich ist und was Politik und Gesellschaft dagegen tun könnten, legt eine aktuelle Bitkom-Erhebung offen.
Digitale Überforderung: Ein strukturelles Problem
Ein Drittel der Deutschen fühlt sich häufig von digitalen Technologien überfordert. Das geht aus einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervor, für die 1.005 Personen ab 16 Jahren telefonisch befragt wurden. Zwölf Prozent geben an, sich sehr häufig überfordert zu fühlen, weitere 21 Prozent eher häufig.
Besonders ausgeprägt ist die Verunsicherung in der Altersgruppe ab 75 Jahren: Dort berichten 60 Prozent von häufiger Überforderung – also fast zwei von drei Personen. Doch auch unter den 16- bis 49-Jährigen ist das Problem keineswegs marginal: Rund jede und jeder Vierte dieser Gruppe (26 Prozent) fühlt sich regelmäßig überfordert.
Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern fallen dagegen gering aus: Unter Männern sind es 32 Prozent, unter Frauen 35 Prozent.
Schule als zentraler Ort digitaler Bildung
Der Wunsch nach strukturierten Bildungsangeboten ist groß. 86 Prozent der Befragten befürworten, dass Digitalkompetenzen verbindlich in der Schule vermittelt werden. Fast die Hälfte (48 Prozent) sieht die Politik in der Pflicht, den Erwerb digitaler Fähigkeiten in der gesamten Gesellschaft stärker zu fördern.
Lebenslange Teilhabe als politische Aufgabe
Neben der Schule rückt auch die Weiterbildung Erwachsener in den Blick: 47 Prozent wünschen sich mehr öffentliche Angebote für lebenslanges digitales Lernen.
Für eine »Bundeszentrale für digitale Bildung« als zentrale Anlaufstelle sprechen sich 39 Prozent aus. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sieht darin eine Schlüsselinstitution: Digitalkompetenzen müssten in alle Lehrpläne, und für Menschen außerhalb des Schulsystems brauche es eine Stelle, die Angebote bündele, bekannt mache und Menschen jeden Alters beim Kompetenzerwerb begleite.
In aller Kürze
Ein Drittel der Deutschen ist laut Bitkom häufig digital überfordert. 86 Prozent wollen Digitalkompetenz in der Schule, 39 Prozent befürworten eine Bundeszentrale für digitale Bildung.
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