IAB-Stellenerhebung IV/2025: Nachfrage nach Personal übersteigt saisonale Erwartungen

Themenkreis Arbeitswelt und Beruf (Symbolbild)

IAB: Zahl der offenen Stellen steigt von 1,03 auf 1,26 Millionen – und damit stärker als saisonüblich

Personal-Nachfrage am deutschen Arbeitsmarkt steigt zum Jahresende 2025 spürbar an

Die Zahl der unbesetzten Positionen in Deutschland hat im vierten Quartal 2025 signifikant zugenommen und liegt nun bei 1,26 Millionen. Gegenüber dem vorangegangenen Quartal entspricht dies einem Zuwachs von rund 224.100 Stellen oder 22 Prozent.

Dieser Anstieg übertrifft die üblichen saisonalen Effekte, wobei etwa die Hälfte des Zuwachses auf die erwartete jahreszeitliche Entwicklung entfällt. Trotz der aktuellen Belebung verharrt das Niveau der Personalnachfrage im Vorjahresvergleich um etwa zehn Prozent niedriger.

Regionale Unterschiede und Dringlichkeit der Besetzung

Auf dem westdeutschen Arbeitsmarkt sind 1,03 Millionen Vakanzen zu verzeichnen, während in Ostdeutschland rund 224.600 Stellen offenstehen.

Ein wesentliches Merkmal der aktuellen Situation ist die hohe Zeitkritik: Bundesweit müssen 80 Prozent aller ausgeschriebenen Positionen sofort besetzt werden. In den ostdeutschen Bundesländern ist dieser Anteil mit 83 Prozent etwas stärker ausgeprägt als im Westen mit 79 Prozent. Dies deutet auf einen weiterhin hohen Handlungsdruck in den Betrieben hin, um personelle Engpässe zeitnah auszugleichen.

Strukturelle Dynamik nach Betriebsgrößen

Besonders kleine Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten tragen mit 750.900 offenen Stellen die Hauptlast des Arbeitskräftebedarfs. Bei mittleren Unternehmen zwischen 50 und 249 Mitarbeitenden finden sich rund 274.300 Vakanzen, während Großbetriebe ab 250 Beschäftigten 231.900 Stellen anbieten.

Während die Nachfrage im Vergleich zum vierten Quartal 2024 in allen Größenklassen noch rückläufig ist, zeigt sich eine deutliche Stabilisierungstendenz. Vor allem bei kleinen Unternehmen hat sich der Rückgang der Personalnachfrage zuletzt massiv abgeschwächt.

Einordnung der Arbeitsmarktlage

Obwohl die saisonbereinigten Daten eine leichte Erholung der Personalnachfrage signalisieren, bleibt die gesamtwirtschaftliche Lage herausfordernd. Alexander Kubis vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ordnet die Entwicklung so ein, dass der Arbeitsmarkt die Talsohle zwar durchschreite, aber noch nicht vollständig stabilisiert sei.

Die IAB-Stellenerhebung, die seit 1989 regelmäßig durchgeführt wird, bildet dabei das gesamte Stellenangebot ab, inklusive jener Positionen, die nicht explizit an die Arbeitsagenturen gemeldet werden. Für das aktuelle Quartal liegen Erkenntnisse von über 17.000 Arbeitgebern vor.


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