Arbeitskräftebedarf 3/2025: Die Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt bei kleineren Betrieben am stärksten
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Rückgang des Stellenangebots markiert Ende der Hochphase am Arbeitsmarkt
Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften in Deutschland hat sich im dritten Quartal 2025 weiter abgeschwächt. Mit bundesweit 1,03 Millionen offenen Stellen ist das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 19 Prozent gesunken.
Damit hat sich der Bestand seit dem historischen Höchstwert Ende 2022 fast halbiert. Diese Entwicklung verdeutlicht eine spürbare Entspannung der zuvor extrem hohen Arbeitsmarktanspannung – einem Indikator, der das Verhältnis von Arbeitsuchenden zu vakanten Stellen beschreibt.
Ursachen der nachlassenden Arbeitsnachfrage
Hinter diesem Rückgang stehen vor allem die anhaltende wirtschaftliche Stagnation sowie strukturelle Umbrüche. Die Folgen geopolitischer Konflikte, internationale Handelsstreitigkeiten und eine schwache Exportnachfrage belasten die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie.
Fachleute des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ordnen diese Phase als »Transformationskrise« ein. Hierbei überlagern sich konjunkturelle Risiken mit langfristigen Trends wie der Dekarbonisierung – dem Umstieg auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft – sowie der fortschreitenden Digitalisierung.
Regionale und branchenspezifische Differenzen
Der Stellenabbau zieht sich durch fast alle Wirtschaftszweige, zeigt jedoch Schwerpunkte. Besonders betroffen sind unternehmensnahe Dienstleistungen, zu denen auch die Arbeitnehmerüberlassung zählt, sowie der Handel und die IT-Branche. Einzig die Land- und Forstwirtschaft verzeichnete ein minimales Plus.
Regional betrachtet ist der Rückgang in Ostdeutschland mit 23 Prozent im Vorjahresvergleich etwas stärker ausgeprägt als in Westdeutschland mit 18 Prozent. Aktuelle Daten deuten jedoch darauf hin, dass sich der Abwärtstrend im Osten der Bundesrepublik zuletzt stabilisiert hat.
Auswirkungen auf Betriebsgrößen und Rekrutierung
Besonders kleinere Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten reduzieren ihre Stellenausschreibungen deutlich. In dieser Gruppe sank das Angebot um 23 Prozent, während Großbetriebe mit einem Rückgang von 12 Prozent resilienter reagieren.
Parallel dazu sank die Vakanzrate – der Anteil der sofort zu besetzenden Stellen am Gesamtbedarf – auf 2,3 Prozent. Dies signalisiert, dass es für Unternehmen momentan weniger schwierig ist, Stellen zu besetzen. Gleichzeitig kommen nun statistisch 2,9 Arbeitslose auf eine offene Stelle, was die Suche für Bewerbende im Vergleich zu den Vorjahren erschwert.
Ausblick auf die Arbeitsmarktdynamik
Trotz der aktuellen konjunkturellen Eintrübung bleibt der langfristige Bedarf an Fachkräften aufgrund des demografischen Wandels bestehen. Der Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge wird den Ersatzbedarf der Betriebe mittelfristig wieder erhöhen.
Ob die prognostizierten wirtschaftlichen Impulse für das Jahr 2026 ausreichen, um eine nachhaltige Trendwende bei der Beschäftigungsnachfrage einzuleiten, bleibt abzuwarten.
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