So profitieren Handwerksbetriebe von der Digitalisierung
.png)
Azubis machen das Handwerk digital fit
Das deutsche Handwerk setzt verstärkt auf Digitalisierung und sieht darin eine entscheidende Schlüsselrolle für die eigene Zukunftssicherung. Besonders Auszubildende tragen dazu bei, Betriebe bei digitalen Herausforderungen zu unterstützen.
Dennoch bestehen zahlreiche Hemmnisse und die digitale Transformation wird von vielen Unternehmen weiterhin nur mittelmäßig bewertet.
Azubis als Treiber der Digitalisierung
Mehr als die Hälfte der Handwerksbetriebe lässt sich von ihren Auszubildenden bei der Bedienung von Software, Social Media-Kommunikation oder der Integration von Cloud, IoT und KI unterstützen.
Digitale Technologien werden gezielt eingesetzt, um neue Nachwuchskräfte zu gewinnen: 44 Prozent der Betriebe gestalten ihre Ausbildungsplätze digital attraktiver, während 80 Prozent digitale Medien nutzen, um Interessierte direkt anzusprechen – vor allem über soziale Netzwerke und Videospiele.
Wettbewerb um Fachkräfte verschärft sich
54 Prozent der Handwerksunternehmen sind überzeugt, ohne digitale Technologien keine Chance im Wettbewerb um Fachkräfte zu haben. Die Mehrheit investiert daher verstärkt in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden zu Digitalthemen, wobei 43 Prozent gezielt Fortbildungen anbieten und 38 Prozent zumindest digitale Weiterbildungsplattformen nutzen.
Das Bewusstsein für Digitalkompetenzen ist gestiegen: Drei Viertel erkennen ihren Bedarf an mehr digitalen Fähigkeiten – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu 2022.
Digitale Medien als Rekrutierungsstrategie
Die Ansprache potenzieller Auszubildender erfolgt größtenteils digital. 80 Prozent der Betriebe setzen auf soziale Medien, Messenger-Dienste und weitere digitale Kanäle, um Nachwuchskräfte direkt zu erreichen. Gleichzeitig werden Ausbildungsplätze digital aufgewertet, um den Handwerksberuf für junge Menschen attraktiver zu gestalten.
Zahlreiche Herausforderungen, vor allem Fachkräftemangel
Über 80 Prozent der Unternehmen beklagen fehlende Auszubildende und 75 Prozent einen Fachkräftemangel. Steigende Kosten für Energie und Material sowie die Nachfolgeplanung bereiten weiteren Druck. Digitalisierung und IT-Sicherheit stellen für rund 60 Prozent der Betriebe eine aktuelle Herausforderung dar.
Die Umsetzung der Digitalisierung wird durch hohe Investitionskosten, mangelnde Praxisreife und Defizite bei Behörden sowie in der eigenen Belegschaft gebremst.
Hemmnisse der Digitalisierung
96 Prozent äußern Bedenken zu IT- und Datensicherheit. 69 Prozent führen hohe Investitionskosten als Bremse an, und 63 Prozent monieren die unzureichende Digitalisierung der Verwaltung.
In den Betrieben selbst behindern fehlende Digitalkompetenz (58 Prozent), schlechte Internetversorgung (49 Prozent), begrenzter Zugang zu Daten und Berührungsängste den Fortschritt. Kapazitätsengpässe lassen 72 Prozent der Betriebe kaum Zeit für die Digitalisierung.
Zudem befürchten viele eine stärkere Überwachung und einen erhöhten wirtschaftlichen Druck durch digitale Technologien.
Künstliche Intelligenz noch wenig genutzt
KI ist bisher nur in 4 Prozent der Betriebe etabliert, etwa 9 Prozent planen den Einsatz. Ein Drittel vermutet, dass KI die Geschäftsmodelle im Handwerk grundlegend verändern wird.
Häufig fehlen aber die nötigen Kompetenzen in den Unternehmen. Laut Bitkom ist KI ein potenzieller Schlüssel zur Lösung des Fachkräftemangels, jeder Betrieb solle sich damit beschäftigen.
Weitere digitale Technologien und Services
Cloud-Anwendungen sind mit 56 Prozent am weitesten verbreitet. Weitere digitale Angebote wie die Online-Terminbuchung, digitale Beratung und Online-Zahlung werden inzwischen ebenfalls vielfach genutzt.
Grundsätzlich bieten 85 Prozent der Betriebe mindestens einen digitalen Service an. E-Mails und Smartphones sind universell etabliert, daneben werden Messenger-Dienste, Apps und Online-Meetings verwendet. Klassische Kanäle wie Festnetztelefon und Briefpost sind allerdings weiter präsent.
Resumee: Digitalisierung sichert die Zukunft, viele Betriebe bleiben jedoch zurückhaltend
Ein Drittel der Unternehmen sieht die Digitalisierung als existenziell wichtig an, doch insgesamt vergeben die Betriebe nur die Durchschnittsnote 3 für den eigenen Fortschritt.
Die meisten erkennen die Chancen, doch der Weg bleibt steinig: Die Mehrheit profitiert besonders von flexibler Arbeitsorganisation, Zeitersparnis und erhöhter Sichtbarkeit, doch weitergehende digitale Anwendungen werden bisher wenig ausgeschöpft.
Ähnliche Themen in dieser Kategorie
Randstad-ifo-HR-Befragung Q2 2025 KI bleibt bislang Randerscheinung im Arbeitsalltag Obwohl eine große Mehrheit der Beschäftigten überzeugt ist, dass Künstliche Intelligenz (KI) langfristig die Arbeitswelt verändern wird, setzen aktuell nur 18 Prozent KI regelmäßig im Job ein …
Das »EY European AI Barometer 2025« gibt Einblick in die Nutzung und Wahrnehmung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Europa. EY-Studie: Mehrheit fürchtet Jobverlust durch KI Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz hat in Deutschland kräftig zugelegt. …
Überblick und Analyse Der OECD-Bericht zur Künstlichen Intelligenz (KI) in Deutschland bietet eine umfassende Bestandsaufnahme des deutschen KI-Ökosystems, bewertet die Umsetzung der nationalen KI-Strategie und gibt Empfehlungen für zukünftige Entwicklungen. Die Analyse …
BIBB legt Jahresbericht 2024 vor Ausbildungsmarkt bleibt unter Druck Im Jahr 2024 ist der deutsche Ausbildungsmarkt erneut ins Stocken geraten. Nach einer leichten Erholung in den Jahren nach der Coronapandemie zeigt die aktuelle Bilanz einen Rückgang: Bundesweit wurden 486. …