Fraunhofer IAO legt Standardmodell für Weiterbildungsakteure vor

Global Upskill

Neues Modell als Blaupause für Weiterbildungssysteme?

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) hat mit dem Projekt »Global Upskill« erstmals ein Standardmodell für die berufliche Weiterbildung veröffentlicht.

Das sogenannte »Upskill Ecosystem Model« stellt ein Rahmenwerk bereit, das Begriffe, Akteure und Faktoren der Weiterbildung systematisiert. Damit soll es als Blaupause für künftige Weiterbildungsökosysteme dienen.

Von Einzelformaten zu komplexen Netzwerken

Berufliche Weiterbildung umfasst heute weit mehr als Seminare, E-Learning-Module oder klassische Schulungen. Unterschiedliche Anbieter, Formate, Plattformen und Tools bilden ein hochkomplexes Gefüge, das bisher oft uneinheitlich beschrieben wurde. Das neue Whitepaper ordnet diese Vielfalt und versteht sich als Standardwerk und Diskussionsgrundlage für den Ausbau moderner Weiterbildungslandschaften.

Weiterbildung als sozio-technisches Netzwerk

Das Whitepaper betrachtet Weiterbildung nicht als linearen Prozess, sondern als sozio-technisches Netzwerk. Dabei spielen neben Menschen auch technische Faktoren wie Learning-Management-Systeme, digitale Zertifizierungen oder »Digital Wallets« eine zentrale Rolle. Diese Systeme werden im Modell als eigenständige Aktanten verstanden, die das Ökosystem aktiv prägen. Praxisbeispiele aus dem Projekt »Global Upskill« verdeutlichen, wie diese Wechselwirkungen im Alltag wirken.

Interdisziplinärer Forschungsansatz

Die Forschenden des Fraunhofer IAO verfolgen einen integrativen Ansatz. Sie vereinen wirtschaftliche und technische Perspektiven mit psychologischen, pädagogischen und soziologischen Sichtweisen. Ziel ist es, Weiterbildung als ganzheitliches System zu analysieren und anhand des Modells weiterzuentwickeln.

Diskussionsimpuls für die Praxis

Das Modell soll nicht nur zur Standardisierung beitragen, sondern auch bestehende Herausforderungen sichtbar machen und Lösungsansätze eröffnen. Studienautor Tim Beichter erklärte, das Projekt »Global Upskill« lade ausdrücklich zu einem kontinuierlichen Austausch zwischen den beteiligten Akteuren ein. Ziel sei es, die identifizierten Herausforderungen gemeinsam anzugehen und die berufliche Weiterbildung in Unternehmen effizienter und zukunftsfähiger aufzustellen. 


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