Digitale Transformation: Der wachsende Ruf nach systematischer Qualifizierung
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Strategische Defizite in der betrieblichen Weiterbildung trotz steigendem KI-Bedarf
In deutschen Unternehmen genießt die berufliche Qualifizierung zwar einen hohen Stellenwert, allerdings mangelt es häufig an einer systematischen Planung. Während ein Großteil der Betriebe Fortbildungen ermöglicht, fehlt in den meisten Organisationen eine schriftlich fixierte Strategie zur Kompetenzentwicklung. Dies geht aus der »TÜV Weiterbildungsstudie 2026« hervor, für die 500 Entscheidungstragende befragt wurden.
Diskrepanz zwischen Angebot und strategischer Steuerung
Die Erhebung verdeutlicht eine deutliche Lücke zwischen der Bereitstellung von Lernangeboten und deren struktureller Verankerung. Zwar eröffnen 75 Prozent der Arbeitgebenden ihrer gesamten Belegschaft Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung, doch lediglich 29 Prozent verfügen über ein konkretes Strategiepapier. Auch die finanziellen Rahmenbedingungen sind oft eng gesteckt. Bei 65 Prozent der Unternehmen liegt das jährliche Budget für Qualifizierungen bei maximal 1.000 Euro pro Kopf. Diese Begrenzung steht im Kontrast zu einem branchenübergreifend hohen Bedarf an neuen Kompetenzen, insbesondere in den Bereichen Führung, Digitalisierung und fachspezifisches Wissen.
Orientierungshilfe in der digitalen Transformation
Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung gewinnt die gezielte Steuerung von Lernprozessen an Bedeutung. Andreas Ollhoff, Geschäftsführer der TÜV Rheinland Akademie, erläuterte dazu, dass viele Betriebe zwar Weiterbildungen ermöglichten, es jedoch oft an klaren Prioritäten, definierten Lernpfaden und ausreichenden Zeitbudgets fehle. Dies gelte in besonderem Maße für komplexe Themenfelder wie die Künstliche Intelligenz (KI). Die Beschäftigten benötigten Orientierung darüber, welche Anwendungen für ihren spezifischen Arbeitsalltag relevant seien, wie eine sichere Nutzung gelingen könne und welche Kompetenzen langfristig unverzichtbar blieben.
Künstliche Intelligenz als Treiber des Qualifizierungsbedarfs
Der Einzug generativer KI-Systeme wie »ChatGPT«, »Gemini« oder »Copilot« verändert die Anforderungen an die Belegschaft spürbar. Etwa 40 Prozent der Unternehmen registrieren bereits einen wachsenden Bedarf an KI-bezogenen Fähigkeiten. Insgesamt stuft jeder zweite Betrieb die Notwendigkeit für entsprechende Qualifizierungen als hoch ein. Dabei liegt der Fokus zunächst auf dem Aufbau von Basiswissen. Gefragt sind Kenntnisse über die Funktionsweise, die Einsatzgebiete sowie die Grenzen der Technologie, bevor vertiefende Fachanwendungen thematisiert werden. Die befragten Unternehmen verknüpfen mit dem Einsatz von KI die Erwartung deutlicher Effizienzsteigerungen und gehen von einer tiefgreifenden Transformation von Arbeitsabläufen und Anforderungsprofilen aus.
Hintergrund
Für die TÜV Weiterbildungsstudie 2026 wurden 500 Entscheiderinnen und Entscheider aus Unternehmen in Deutschland zu Bedeutung, Ausgestaltung und Wirkung betrieblicher Weiterbildung befragt. Ein Schwerpunkt der Erhebung liegt auf digitalen Kompetenzen und Künstlicher Intelligenz.
VERWEISE
- Weiterführende Informationen ...
- siehe auch: »TÜV Weiterbildungsstudie 2026: KI-Nutzung überholt Qualifizierung« ...
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