BA-X (September 2017): Arbeitskräfte werden sehr stark nachgefragt

BA-Stellenindex für Deutschland im September 2017.
Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X), ein Indikator für die Arbeitskräftenachfrage in Deutschland, ist im September gegenüber August um vier auf 244 Punkte gestiegen. Dieser höchste Anstieg seit über einem Jahr zeigt, dass die Arbeitskräftenachfrage über die Sommermonate nicht an Schwung verloren hat. Der Vorjahresabstand beträgt 24 Punkte.
In fast allen Branchen ist die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften höher als vor einem Jahr. Nur im Öffentlichen Dienst und im Bereich Erziehung und Unterricht geht die Arbeitskräftenachfrage seit mehreren Monaten zurück. Dies dürfte auch mit der Entwicklung der Fluchtmigration zusammenhängen: vor einem Jahr benötigten diese beiden Branchen aufgrund hoher Flüchtlingszahlen viel Personal für das Flüchtlingsmanagement und für Integrationskurse. Das hat die Zahl der gemeldeten Stellen aus diesen Branchen zeitweise steigen lassen.
Ein großer Teil der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen entfällt auf zwei Wachstumsbranchen im Dienstleistungssektor: etwa ein Fünftel der gemeldeten Stellen stammt aus dem Gesundheits- und Sozialwesen und aus dem Handel. Auch im Verarbeitenden Gewerbe und in der Zeitarbeit gab es viele gemeldete Stellen.
Grundsätzlich tragen die stabile wirtschaftliche Lage sowie die seit längerer Zeit steigende Zahl der Beschäftigten zur anhaltend starken Kräftenachfrage bei. Dadurch nimmt unter anderem der fluktuationsbedingte Ersatzbedarf zu und es entsteht insgesamt mehr Bewegung auf dem Arbeitsmarkt, da mehr Personen ihren Arbeitsplatz wechseln. Darüber hinaus wirken sich die in manchen Bereichen zunehmenden Besetzungsschwierigkeiten der Unternehmen auf das Niveau der Arbeitskräftenachfrage aus.
Dies spiegelt sich auch im BA-X wider:

Das BA-X-Konzept
Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) bildet die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt ab.
Die Basis für den BA-Stellenindex bilden die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten ungeförderten Arbeitsstellen, sowie die bei der BA gemeldeten Stellen für Freiberufler, Selbständige und aus der Privaten Arbeitsvermittlung. Seit dem Berichtsmonat Juli 2014 werden – rückwirkend ab Januar 2013 – auch sogenannte Kooperationspartnerstellen berücksichtigt, die Arbeitgeber der Bundesagentur für Arbeit über eine technische Schnittstelle übermitteln.
Als Abbild der Kräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt fließen in den BA-X sowohl die Stellenzugänge als auch die Stellenbestände ein. Die Stellenzugänge spiegeln die Dynamik des monatlichen Einstellungsgeschehens und des aktuellen Personalbedarfs der Betriebe wider. Der Stellenbestand drückt das Niveau der Kräftenachfrage aus und beinhaltet implizit auch die Verweildauer der gemeldeten Stellen. Durch die Verwendung von Zugängen und Beständen können damit sowohl die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als auch mögliche Stellenbesetzungsschwierigkeiten abgebildet werden.
Für die Berechnung des BA-X werden die Stellenzugänge und der -bestand zunächst saison- bzw. kalenderbereinigt. Danach wird der Mittelwert aus den bereinigten Stellenzugängen und -beständen berechnet. Anschließend werden die Abweichungen auf den Referenzwert (Jahresdurchschnitt 2004), der auf 100 normiert wurde, ermittelt. Die Saison- bzw. Kalenderbereinigung wird jeden Monat für die gesamte Zeitreihe neu durchgeführt. Dadurch kann es zu Abweichungen von früher veröffentlichten Monatsversionen des BA-X kommen.
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