IAB-Arbeitsmarktbarometer 1/26: Arbeitsmarktausblick ohne Kraft

Themenkreis Arbeitswelt und Beruf (Symbolbild)

Arbeitsmarkt stabil – Aufschwung bleibt weiter aus

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer verharrt im Januar den sechsten Monat in Folge oberhalb der neutralen Marke von 100 Punkten. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erreicht 100,1 Punkte und liegt damit nur minimal unter dem Wert des Vormonats. Die Lage am Arbeitsmarkt zeigt sich stabil, ein spürbarer Aufschwung bleibt jedoch aus.

Beschäftigung leicht im Plus

Die Beschäftigungskomponente des Barometers entwickelt sich etwas positiver. Sie steigt im Januar um 0,2 Punkte auf 100,5 Punkte. Damit signalisiert der Indikator weiterhin leicht positive Beschäftigungsaussichten.

Die Entwicklung verdeutlicht, dass sich der Arbeitsmarkt insgesamt behauptet, auch wenn insbesondere die industrielle Schwäche einen stärkeren Beschäftigungszuwachs bremst.

Arbeitslosigkeit unter Druck

Weniger günstig fällt die Einschätzung zur Arbeitslosigkeit aus. Die entsprechende Komponente sinkt zum vierten Mal in Folge und rutscht mit 99,6 Punkten wieder unter die neutrale Schwelle. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Minus von 0,4 Punkten.

Der anhaltende Anstieg der Arbeitslosigkeit hängt dabei vor allem damit zusammen, dass entlastende Effekte durch Qualifizierungsmaßnahmen und Weiterbildungsangebote nachlassen. Kurzfristig gelten rund drei Millionen Arbeitslose als kaum vermeidbar. Für eine nachhaltige Trendwende sind über die saisonale Winterarbeitslosigkeit hinaus deutlich bessere Jobchancen erforderlich.

Europa ohne klare Richtung

Auch auf europäischer Ebene bleibt die Lage verhalten. Das European Labour Market Barometer sinkt im Januar ebenfalls leicht um 0,1 Punkte auf 99,9 Punkte und liegt damit knapp unter der neutralen Marke. Die Arbeitsmärkte in Europa zeigen zum Jahresbeginn keine eindeutige Dynamik, sondern bewegen sich weiter in einer Phase der Unsicherheit.

Hintergrund
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert.

Das European Labour Market Barometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer seit Juni 2018 gemeinsam von den 18 Arbeitsverwaltungen und dem IAB durchgeführten Befragung unter den lokalen oder regionalen Arbeitsagenturen der teilnehmenden Länder basiert. Dazu zählen: Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft, Wallonien), Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Island, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien und Zypern.

Während Komponente A des IAB-Arbeitsmarktbarometers und des European Labour Market Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus diesen beiden Komponenten »Arbeitslosigkeit« und »Beschäftigung« bildet den Gesamtwert der beiden Barometer. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala der Barometer reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).


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