Monitor Lehrkräftebildung 2026: Verbindlichkeit noch kein Standard
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Fortschritte bei der digitalen Medienkompetenz in der Lehrkräftebildung
Die verpflichtende Integration digitaler Kompetenzen in das Lehramtsstudium hat in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik gewonnen, erreicht jedoch noch keinen flächendeckenden Standard.
Aktuelle Daten des »Monitor Lehrkräftebildung« vom Februar 2026 belegen, dass die Verankerung von »Medienkompetenz in einer digitalen Welt« als obligatorischer Studienbestandteil substanzielle Fortschritte verzeichnet. Dennoch besteht weiterhin eine Qualifizierungslücke, da an rund einem Drittel der Hochschulen entsprechende Inhalte nicht für alle angehenden Lehrkräfte verpflichtend vorgeschrieben sind.
Besonders deutlich zeigt sich dies beim Lehramt an Gymnasien, wo 34 Prozent der Standorte keine verbindlichen Standards für sämtliche Studierende vorsehen.
Strukturelle Verankerung in den Disziplinen
Für eine nachhaltige Professionalisierung ist die curriculare Einbindung sowohl in die Bildungswissenschaften als auch in die Fachdidaktiken von zentraler Bedeutung. Die Erhebung für das Wintersemester 2024/25 zeigt, dass dies aktuell an 43 Prozent der Hochschulen umgesetzt wird. Damit verfügt mehr als die Hälfte der Standorte noch nicht über eine durchgehende Verankerung in diesen Schlüsseldisziplinen.
Expertisen des Stifterverbandes betonen in diesem Zusammenhang, dass die systematische Entwicklung von Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern voraussetzt, dass Lehrkräfte diese Fähigkeiten bereits in der Ausbildung verbindlich erwerben. Ein punktueller oder rein freiwilliger Erwerb digitaler Inhalte wird als unzureichend für die Anforderungen einer digital transformierten Schullandschaft eingeordnet.
KI-Kompetenzen als neuer Bestandteil
Erstmals wurden im Rahmen der Datenerhebung auch spezifische Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) erfasst. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass zwei Jahre nach dem breiten Aufkommen generativer KI-Systeme die bildungspolitische Relevanz erkannt wurde und Eingang in die Hochschulcurricula findet. Diese Entwicklung korrespondiert mit gesellschaftlichen Trends, die eine reflektierte Nutzung von KI-Assistenten als Werkzeug für mehr Bildungsgerechtigkeit und individuelle Förderung sehen.
Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, länderübergreifende Standards zu etablieren, um eine gleichmäßig hohe Ausbildungsqualität unabhängig vom Studienstandort zu gewährleisten. Die strukturelle Perspektive verdeutlicht, dass ohne eine vollständige curriculare Verbindlichkeit die Gefahr einer digitalen Kluft innerhalb der Lehrerschaft bestehen bleibt.
Hintergrund
Das Portal Monitor Lehrkräftebildung ist seit 2012 die einzige bundesweite Informationsplattform zum Thema mit Daten auf Hochschul- und Länderebene – beispielsweise zu Themen wie Studieninhalten, Studienverlauf oder Querschnittsthemen im Lehramtsstudium. Der Monitor Lehrkräftebildung ist ein gemeinsames Projekt von Bertelsmann Stiftung, CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Robert Bosch Stiftung GmbH und Stifterverband.
VERWEISE
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