Demokratiebildung: Stärkung von Politik und Geschichte im Schulunterricht

SWK empfiehlt Stärkung von Politik und Geschichte in der Schule
Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) spricht sich für eine Stärkung der Fächer Politik und Geschichte in der Schule aus. Dabei legt sie besonderen Wert auf die Vermittlung von politischem und historischem Wissen und Handlungskompetenz sowie auf die Förderung des Interesses an diesen Fächern.
Begründung und Hintergrund
Die SWK betont, dass der demokratische Rechtsstaat unter Druck stehe und Schulen eine Schlüsselrolle bei der Demokratieerziehung zukomme. Demokratiefeindliche Äußerungen seien an Schulen häufig zu beobachten. Zudem zeige die Forschung, dass es vielen Schülerinnen und Schüler an politischem Wissen und Vertrauen in die Politik mangelt.
Die Schule sei die einzige Institution, die alle Kinder und Jugendlichen erreiche und habe daher einen besonderen Auftrag zur Demokratiebildung, so Prof. Dr. Felicitas Thiel, Co-Vorsitzende der SWK.
Empfehlungen im Detail
- Kompetenzziele und Maßnahmen
Länder sollen gemeinsame Kompetenzziele für Demokratiebildung in Politik und Geschichte festlegen und Maßnahmen zu ihrer Erreichung implementieren. - Durchgängiges Unterrichtsangebot
Sicherstellung eines kontinuierlichen Unterrichtsangebots von der Grundschule bis zur Sekundarstufe I. - Weiterentwicklung des Unterrichts
Zielgerichtete Weiterentwicklung des Unterrichts in Geschichte und Politik. - Fächerübergreifende Demokratiebildung
Verankerung von Demokratiebildung als Unterrichtsprinzip in allen Fächern. - Demokratische Schulkultur
Förderung einer demokratischen Schulkultur durch gezielte Schulentwicklung und Partizipation. - Stärkung der Lehrkräftebildung
Verbesserung der Lehrkräftebildung für hochwertigen Unterricht und Demokratiebildung. - Strukturelle Voraussetzungen
Schaffung der nötigen Rahmenbedingungen für die Verankerung der Demokratiebildung.
Umsetzung und Unterstützung
Für den Umgang mit akuten Krisen empfiehlt die SWK Fortbildungen und externe Beratungsstellen. Langfristig sei eine Anpassung der Lehrpläne notwendig, um politische Medienbildung zu integrieren und auf Social Media als Informationsquelle zu reagieren.
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Christine Streichert-Clivot, betont die Bedeutung der Schulen als Lernorte gelebter Demokratie und sagt zu, die Empfehlungen der SWK zu prüfen und in die weitere Arbeit einfließen zu lassen.
VERWEISE
- SWK-Stellungnahme »Demokratiebildung als Auftrag der Schule« ...
- siehe auch: »Das Neutralitätsgebot in der Bildung« ...
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