Fake News und Deepfakes: Große Mehrheit sieht ernsthafte Bedrohung für Demokratie

Desinformation: Junge Menschen besonders anfällig
Laut einer Untersuchung der IU Internationalen Hochschule betrachten 89,9 Prozent der Deutschen Fake News als ernsthafte Gefahr für Demokratie und Freiheit.
Diese Form der Desinformation wird als Haupttreiber gesellschaftlicher Spaltung und politischer Manipulation bewertet, wobei 92,2 Prozent der Befragten die Überzeugung äußern, dass Fake News gezielt zur Meinungsänderung und Wahlbeeinflussung eingesetzt werden.
Vertrauensverlust in Medien und neue Informationsquellen
Das Vertrauen in die klassischen Medien ist deutlich gesunken: 71,8 Prozent geben an, sich weniger auf Medien zu verlassen, seit Fake News verstärkt auftreten.
Dennoch bleiben Radio, Fernsehen und Online-Nachrichtenportale die wichtigsten Informationsquellen, gefolgt von persönlichen Netzwerken. Für die Generation Z stehen soziale Medien sogar an erster Stelle.

Deepfakes verstärken Unsicherheit und Ängste
Auch Deepfakes führen zu Misstrauen: 89 Prozent der Befragten befürchten, dass manipulierte Medien das politische Klima negativ beeinflussen und Wahlen verfälschen können. Lediglich 15 Prozent erkannten Deepfakes im Nachhinein als solche, bei Jüngeren liegt die Erkennungsrate höher.
KI-basierte Suchmaschinen werden laut 84,4 Prozent zukünftig die Verbreitung von Fake News weiter verstärken.
Persönliche Folgen und gesellschaftliche Streitpunkte
Ein Drittel der Befragten hat bereits einmal Fake News geglaubt, besonders häufig jüngere Menschen.
Von den Betroffenen berichten 42,8 Prozent von Stress oder Angst, 13,9 Prozent von fehlgeleiteten Wahlentscheidungen und 22,8 Prozent von Streitigkeiten im sozialen Umfeld.
Maßnahmen und Verantwortlichkeiten
Die Mehrheit der Befragten sieht die Hauptverantwortung zur Bekämpfung von Fake News bei den Betreiber*innen sozialer Plattformen (65,1 Prozent) sowie Regierung und Politik (63,1 Prozent).
Kennzeichnung, Überwachung und Entfernung von Desinformation werden als wichtigste Gegenmaßnahmen genannt, ebenso wie die Aufklärung über Fake News und Deepfakes sowie Faktencheck-Tools.
Hintergrund
Die Studie »Fakt oder Fake? Medienkompetenz in Deutschland« basiert auf einer repräsentativen Befragung von knapp 2.000 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren, durchgeführt im April 2025. Ziel ist, die Auswirkungen von Desinformation auf das Medienvertrauen, individuelle Entscheidungen und den gesellschaftlichen Dialog zu untersuchen.
VERWEISE
- Zur Studie ...
- siehe auch: »Demokratien unter Druck: Ein Projekt gegen Desinformation stärkt den Bürgerdialog« ...
- siehe auch: »Mit Eltern über Desinformation sprechen« ...
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