Mobilitätsstudie: Umzugsbereitschaft für den Job bei Beschäftigten auf Höchststand
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Bayern als Spitzenreiter bei der regionalen Jobattraktivität
Die Mobilität auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibt auf einem hohen Niveau. Aktuelle Daten der »EY Jobstudie 2025« belegen, dass 44 Prozent der Beschäftigten bereit sind, für eine neue Stelle den Wohnort zu wechseln.
Im regionalen Vergleich sichert sich Bayern dabei erneut die Position als attraktivstes Zielbundesland. Besonders Fachkräfte aus Schlüsselindustrien wie der Automobilbranche zieht es in den Süden, während traditionelle Standorte wie Nordrhein-Westfalen an Anziehungskraft verlieren.
Regionale Präferenzen und Branchenfokus
Innerhalb der geografischen Prioritäten der Arbeitnehmenden festigt Bayern seine Führungsrolle. Für 60 Prozent der Befragten aus der Automobilindustrie gehört der Freistaat zu den Top-3-Standorten in Deutschland. Im Gegensatz dazu verliert Nordrhein-Westfalen an Boden und gehört nicht mehr zu den drei beliebtesten Regionen für einen berufsbedingten Umzug.
Diese Verschiebung deutet auf eine zunehmende Konzentration von Talenten in spezifischen wirtschaftlichen Kraftzentren hin.
Rückgang der Umzugsbereitschaft bei Berufseinsteigern
Obwohl die allgemeine Flexibilität hoch bleibt, zeigt sich bei der jüngeren Generation eine Trendwende. Die Bereitschaft zum Wohnortwechsel liegt bei den Berufseinsteigern zwar mit 62 Prozent weiterhin über dem Durchschnitt, ist jedoch im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken. Vor zwei Jahren zeigten sich noch 73 Prozent dieser Gruppe bereit, für die Karriere umzuziehen.
Diese Entwicklung lässt auf eine stärkere Gewichtung lokaler Bindungen oder veränderter Lebensentwürfe schließen.
Flexibilität durch mobiles Arbeiten
Ein wesentlicher Faktor für die Standortwahl und die Attraktivität von Arbeitgebern ist die Möglichkeit zum »Homeoffice«. Für fast die Hälfte der Befragten spielt die Option, ortsunabhängig zu arbeiten, eine entscheidende Rolle bei der Jobwahl.
Unternehmen, die flexible Arbeitsmodelle anbieten, können den Bedarf an physischer Mobilität teilweise kompensieren und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken.
Gesellschaftliche und bildungspolitische Auswirkungen
Die ungleiche Verteilung der regionalen Attraktivität birgt das Risiko einer vertieften strukturellen Diskrepanz zwischen den Bundesländern. Wenn qualifizierte Arbeitskräfte verstärkt in den Süden abwandern, stehen strukturschwächere Regionen vor der Herausforderung, ihre Infrastruktur und Bildungsangebote grundlegend zu modernisieren, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Bildungspolitisch erfordert dies eine engere Verzahnung von regionaler Wirtschaft und Ausbildung, um Talente frühzeitig an lokale Standorte zu binden. Die Ergebnisse signalisieren den Unternehmen, dass neben dem Gehalt vor allem weiche Faktoren wie das Arbeitsumfeld und moderne Arbeitsformen über die Gewinnung von Personal entscheiden.
VERWEISE
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