TK-Gesundheitsreport 2025: Wie der Klimawandel Ihre Arbeitswelt jetzt schon belastet
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Klimarisiken greifen tief in den Berufsalltag ein
Der TK-Gesundheitsreport 2025 zeigt, wie stark der Klimawandel die Arbeitswelt bereits heute verändert. Steigende Temperaturen, neue Krankheitsrisiken und wachsender psychischer Druck beeinflussen Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Wohlbefinden.
Besonders deutlich wird die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Beschäftigten und der Einschätzung vieler Unternehmen.
Wahrnehmungslücke zwischen Beschäftigten und Unternehmen
Laut Report spüren rund 60 Prozent der Beschäftigten klare Klimafolgen am Arbeitsplatz, während lediglich etwa 40 Prozent der Unternehmen entsprechende Auswirkungen auf die Belegschaft erkennen. Diese Lücke führt dazu, dass notwendige Schutzmaßnahmen häufig ausbleiben.
Besonders exponiert sind Berufsgruppen mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten oder Arbeit im Freien. Dort berichten bis zu 77 Prozent der Menschen von deutlichen Belastungen, während der Anteil bei Büroarbeitsplätzen auf 39 Prozent sinkt.
Gesundheitliche Risiken nehmen vielfältig zu
Mit steigenden Temperaturen wächst das Spektrum klimabedingter Gesundheitsprobleme erheblich. Die Daten der Techniker Krankenkasse zeigen, dass Krankschreibungen wegen Hitzschlags oder Sonnenstichs an sogenannten Hitzetagen rund siebenmal häufiger auftreten. Hinzu kommt ein deutlicher Anstieg anderer Diagnosen wie Borreliose, Kreislaufstörungen, niedrigem Blutdruck, Sonnenbrand, Insektenstichen und bestimmten Wundinfektionen.
Diese Vielfalt macht sichtbar, wie umfassend sich klimatische Veränderungen auf die Gesundheit auswirken.
Psychische Belastungen dominieren
Fast die Hälfte der betroffenen Beschäftigten nennt psychische Belastungen als wichtigste Folge des Klimawandels im Job. Diese Form der Belastung, oft als Zukunftsangst beschrieben, wirkt sich direkt auf Leistungsfähigkeit und Sicherheit aus. Rund 43 Prozent berichten von sinkender Produktivität, 41 Prozent sehen ein steigendes Unfallrisiko.
Die TK betont in diesem Kontext, dass der Klimawandel als Gesundheitsrisiko ernst genommen werden müsse.
Die unsichtbare Seite der Statistik
Viele Beeinträchtigungen tauchen in der offiziellen Krankheitsstatistik nicht auf. Beschäftigte arbeiten weiter, obwohl sie unter Hitze oder anderen klimabedingten Belastungen leiden. Das führt zu sinkender Konzentration und geringerer Leistungsfähigkeit.
Fachleute verweisen darauf, dass die vorliegenden Daten nur einen Teil der tatsächlichen Belastung zeigen würden und sinnbildlich nur die »Spitze des Eisbergs« sichtbar werde.
Was Beschäftigte wirklich brauchen
Beschäftigte wünschen sich vor allem einen kulturellen Wandel und mehr Bewusstsein für nachhaltiges Verhalten. Erst danach folgen bauliche Maßnahmen wie Klimaanlagen. Flexible Arbeitszeiten, Hitze- und Notfallpläne sowie gelockerte Kleidungsvorschriften stehen ebenfalls weit oben auf der Liste.
Unternehmen nennen dagegen hohe Kosten, Bürokratie und organisatorische Hürden als wichtigste Gründe für zögerliches Handeln.
Der Auftrag an Unternehmen und Beschäftigte
Die Ergebnisse des TK-Gesundheitsreports machen deutlich: Der Klimawandel stellt die Arbeitswelt vor grundlegende Veränderungen. Die größte Herausforderung besteht darin, die Wahrnehmungslücke zwischen Beschäftigten und Entscheidungsträgern zu schließen.
Betriebe und Teams sollten prüfen, ob ihre Arbeitsumgebung an die neue Realität angepasst ist und wie sie gemeinsam notwendige Veränderungen anstoßen können.
Hintergrund
Für den Report befragte das Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) im Auftrag der TK im Januar 2025 bundesweit 992 Beschäftigte sowie 351 Arbeitgeber verschiedener Branchen zum Thema Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit. Das Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (aQua-Institut) hat zudem untersucht, wie sich der Klimawandel auf den Krankenstand auswirkt.
VERWEISE
- TK-Gesundheitsreport 2025 ...
- vgl.: TK-Gesundheitsreport 2024 ...
- siehe auch BAuA: »Klimawandel und Arbeitsschutz« ...
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