Internationale Perspektiven: Erasmus+ boomt in der Berufsbildung

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Deutlich mehr Auszubildende nutzen Auslandsaufenthalte in Europa

Die Zahl der Auszubildenden, die während ihrer Ausbildung ein Praktikum im europäischen Ausland absolvieren, hat im Jahr 2024 einen historischen Höchststand erreicht.

Mit rund 37.000 Teilnehmenden verzeichnete das Programm Erasmus+ einen Zuwachs von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist die höchste Teilnehmerzahl seit Beginn des Programms im Jahr 1995 und unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Auslandserfahrungen in der beruflichen Bildung.

Fokus auf Chancengleichheit und Förderung benachteiligter Gruppen

Im Jahr 2024 standen in Deutschland etwa 99 Millionen Euro für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung zur Verfügung. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Unterstützung von jungen Menschen mit geringeren Startchancen. Bereits 18 Prozent der geförderten Stipendiat*innen gehörten dieser Zielgruppe an, was den Erfolg der Bemühungen zur Inklusion und Chancengleichheit zeigt.

Bedeutung für Betriebe und Berufsschulen

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser betont die zentrale Rolle von Auslandspraktika für eine attraktive und hochwertige Berufsausbildung. Solche Erfahrungen erweiterten nicht nur die fachlichen und persönlichen Kompetenzen der Auszubildenden, sondern förderten auch das Verständnis für gesellschaftliche Vielfalt. Esser hob hervor, dass Erasmus+ allen Interessierten neue Möglichkeiten eröffne, unabhängig von ihren Voraussetzungen.

Strategische Integration durch Akkreditierung

Immer mehr Ausbildungseinrichtungen erkennen die Vorteile von Erasmus+ und integrieren Auslandsaufenthalte strategisch in ihre Ausbildungsprogramme.

Insgesamt haben 885 Einrichtungen eine sogenannte Akkreditierung erhalten, die den Zugang zu Fördermitteln erleichtert und langfristige Planung ermöglicht. Zusätzlich wurden im Jahr 2024 rund 110 Projekte mit kürzeren Laufzeiten gefördert.

Auch Lehrkräfte profitieren von Erasmus+

Nicht nur Auszubildende, sondern auch Lehrkräfte und Ausbildungspersonal nutzen zunehmend die Möglichkeiten von Erasmus+. Im Jahr 2024 erhielten über 9.000 Personen eine Förderzusage für Fortbildungen oder Hospitationen im Ausland – ein Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Lehrkräfte spielen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung internationaler Projekte und tragen maßgeblich zur Internationalisierung der Berufsbildung bei.

Umfassende Beratungsangebote und Fördermöglichkeiten

Erasmus+ stellt bis 2027 insgesamt 28,4 Milliarden Euro bereit, davon mindestens 4,3 Milliarden Euro für die berufliche Bildung. Interessierte Ausbildungsbetriebe und Schulen können sich an die Nationale Agentur beim BIBB wenden oder regionale Beratungsstellen nutzen.


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