So wenige Arbeitslose pro offene Stelle wie nie in den vergangenen 25 Jahren

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Im Jahr 2017 entfielen statistisch zwei Arbeitslose auf jede zu besetzende Stelle. Das war die niedrigste Arbeitslosen-Stellen-Relation seit 1992, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 3,65 Millionen sozialversicherungspflichtige Neueinstellungen in Deutschland vorgenommen. Die Zahl der offenen Stellen liegt aktuell mit 1,2 Millionen Stellen auf dem höchsten Stand in den letzten 25 Jahren.

Laut der IAB-Stellenerhebung, einer jährlich stattfindenden repräsentativen Betriebsbefragung, sehen die Betriebe mittlerweile seltener eine zu geringe Auftrags- bzw. Umsatzlage als wichtigsten Grund für eine Beeinträchtigung ihrer wirtschaftlichen Aktivität an. Seit dem Jahr 2015 sind Schwierigkeiten, geeignete Arbeitskräfte zu finden, das am häufigsten genannte Problem. »Die zunehmende Arbeitsmarktanspannung zeigt sich auch in längeren Suchdauern sowie darin, dass Stellen länger als geplant unbesetzt bleiben«, so die IAB-Studie. Der Anteil der Stellen, bei denen die Besetzung schwierig war, betrug 2017 knapp 43 Prozent. Im Jahr 2010 galt das dagegen erst für rund 29 Prozent der Stellen, im Jahr 2003 für rund zwölf Prozent.

Die Betriebe haben ihre Suchanstrengungen im Zeitverlauf intensiviert. Bei der Personalsuche nutzten sie im Jahr 2017 durchschnittlich 2,4 Rekrutierungswege parallel. Im Jahr 1992 lag der entsprechende Wert noch bei 1,6. Typische Suchwege sind Internet-Jobbörsen, klassische Stellenanzeigen, persönliche Kontakte der eigenen Mitarbeiter oder die Vermittlungsdienste der Bundesagentur für Arbeit. Infolge der sinkenden Zahl an Arbeitslosen konkurrieren die Betriebe dabei zunehmend um bereits beschäftigte Arbeitskräfte.

Bei 16 Prozent der Einstellungen mussten die Arbeitgeber im Jahr 2017 Lohnzugeständnisse machen. Verglichen mit dem Jahr 2004 nahm die Häufigkeit der Lohnzugeständnisse seitens der Arbeitgeber damit deutlich zu. Damals lag der Anteil bei sechs Prozent. Bis zum Jahr 2010 stieg er dann auf 15 Prozent an. Seitdem blieb der Anteil jedoch tendenziell auf einem gleich bleibenden Niveau.

   

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