Generation 50+: Die überraschende Wahrheit über ihre Jobchancen
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Erfahrene Fachkräfte rücken ins Zentrum
Die Annahme, Mitarbeitende jenseits der 50 seien weniger leistungsfähig oder flexibel, verliert an Boden. Unternehmen reagieren auf den Fachkräftemangel mit einer deutlichen Aufwertung erfahrener Beschäftigter.
Auswertungen einer neuen berufundfamilie-Umfrage zeigen: Organisationen passen Strukturen, Arbeitszeitmodelle und Strategien an – und schaffen damit ungeahnte Karrierechancen.
Erfahrung wird zu einem Wettbewerbsvorteil
Personalabteilungen vollziehen einen strategischen Kurswechsel. 38,8 Prozent der Unternehmen sehen Beschäftigte über 50 bereits als zentrale Zielgruppe für die Gewinnung neuer Mitarbeitender. Noch wichtiger ist diese Gruppe für die Bindung von Expertise: 59,5 Prozent bewerten erfahrene Fachkräfte als wichtige bis sehr wichtige Ressource. Erfahrung wird damit zum aktiven Wettbewerbsvorteil.
Flexibilität entsteht aus konkreten Bedürfnissen
Der Wunsch nach flexiblen Arbeitsformen gründet sich nur selten allein auf Freizeitinteressen. 88,8 Prozent der Unternehmen nennen gesundheitliche Gründe als treibenden Faktor – darunter Herausforderungen wie chronische Beschwerden oder Probleme bei Nachtarbeit.
Weitere 84,1 Prozent verweisen auf die Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeverantwortung. Erst danach folgen der Wunsch nach mehr Freizeit (62,9 Prozent) und die Betreuung von Enkelkindern (37,6 Prozent). Unternehmen reagieren mit Home-Office, Jobsharing und angepassten Schichtmodellen.
Der Ruhestand wird fließend
Starre Übergänge in den Ruhestand gehören zunehmend der Vergangenheit an. Obwohl 88,2 Prozent der Beschäftigten zunächst Vollzeit bis zum Rentenalter arbeiten, ermöglichen 64,5 Prozent der Unternehmen bereits vorher eine gleitende Reduktion der Stunden.
Nach dem offiziellen Renteneintritt bleiben Mitarbeitende in 60,9 Prozent der Organisationen weiterhin aktiv – überwiegend in Teilzeit oder geringfügigen Rollen. 91,7 Prozent der Arbeitgeber betrachten flexible Arbeitszeitmodelle als Schlüssel für eine längere Erwerbstätigkeit.
Private Verpflichtungen prägen Arbeitsmodelle
Pflegeverantwortung und familiäre Unterstützung wirken stark auf die Gestaltung von Arbeit. 84,1 Prozent der Unternehmen erkennen die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege als zentrale Herausforderung an. Bei 37,6 Prozent spielt die Betreuung von Enkelkindern eine Rolle.
Die Anerkennung dieser unsichtbaren Arbeit ist für Unternehmen strategisch bedeutsam, weil andernfalls wertvolle Expertise verloren gehen kann.
Intelligente Anpassung statt Ausstieg
Erfolgreiche Unternehmen verbinden Gesundheitsförderung, Wissenstransfer und flexible Arbeitsmodelle. 74 Prozent fördern aktiv die generationsübergreifende Zusammenarbeit, um Erfahrungswissen zu sichern. 62,1 Prozent setzen auf ergonomische und gesundheitsfördernde Maßnahmen. 47,9 Prozent gestalten Aufgabenprofile neu, wenn Tätigkeiten altersbedingt nicht mehr ausführbar sind.
Modelle wie Altersteilzeit oder Zeitwertkonten schaffen finanzielle und zeitliche Planbarkeit. Das Ergebnis ist eine Win-Win-Situation: Expertise bleibt im Unternehmen, Mitarbeitende erhalten tragfähige Perspektiven.
Ausblick: Erfahrung als Zukunftskapital
Die Arbeitswelt orientiert sich neu. Fachkräftemangel, Gesundheitsfragen und familiäre Verpflichtungen machen flexible Karrieremodelle zum Standard. Organisationen, die Erfahrung als dynamisches Kapital begreifen, gestalten eine Arbeitswelt, die allen Generationen zugutekommt.
Hintergrund
Die berufundfamilie Service GmbH führte gemeinsam mit dem Unternehmensnetzwerk »Erfolgsfaktor Familie« vom 01.09.2025 bis 03.10.2025 unter dem Dach des berufundfamilie-Scouts die Online-Umfrage »#agematters - Vereinbarkeit mit Erfahrung«durch. 170 Vertreter*innen von Arbeitgebern - darunter Mitglieder des berufundfamilie- und/ oder des Unternehmensnetzwerks »Erfolgsfaktor Familie« - nahmen daran teil.
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