Fortbildungsangebote in Künstlicher Intelligenz: Eine seltene Ressource in Unternehmen

TÜV Verband

KI-Weiterbildung noch nicht in der Breite angekommen

Trotz der wachsenden Bedeutung Künstlicher Intelligenz (KI) für die Wirtschaft, zeigt die »TÜV-Weiterbildungsstudie 2024«, dass in nur 12 Prozent der befragten Unternehmen Mitarbeiter an KI-Fortbildungen teilgenommen haben. Zusätzlich planen 6 Prozent solche Schulungen, während 10 Prozent den Bedarf ermitteln.

Eine große Mehrheit von 71 Prozent führt derzeit keine KI-Schulungen durch. Diese Zahlen verdeutlichen eine signifikante Zurückhaltung in der Integration von KI-Kompetenzen in die berufliche Weiterbildung, trotz der klaren Empfehlung des TÜV-Verbands, frühzeitig in diese wichtigen Fähigkeiten zu investieren.

Investitionen in Weiterbildung: Zwischen Sparmaßnahmen und Großzügigkeit

Die Studie zeigt auch, dass 95 Prozent der Unternehmen Weiterbildungen ermöglichen, wobei die Investitionen stark variieren. Während die meisten Betriebe zwischen 500 und 1.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr ausgeben, zeigt sich eine große Spannweite von unter 500 Euro bis über 5.000 Euro. Diese Unterschiede spiegeln die divergierenden Ansätze in verschiedenen Branchen wider, von großzügig im Dienstleistungssektor bis zurückhaltend im Handel.

Weiterbildungsbedarf über KI hinaus

Ein hoher Bedarf wird ebenfalls in Bereichen wie Führungskompetenzen, Soft Skills und persönlicher Entwicklung gesehen. 62 Prozent der Unternehmen möchten die Führungsfähigkeiten ihrer Mitarbeiter verbessern, und 56 Prozent sehen einen großen Bedarf an Schulungen zu Soft Skills. Diese Kompetenzen gewinnen in einer zunehmend digitalisierten und automatisierten Arbeitswelt an Bedeutung.

Nachhaltigkeit und digitale Kompetenzen im Fokus

Zusätzlich zu KI-Themen unterstreicht die Studie den hohen Bedarf an Weiterbildungen zu ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit sowie an Digitalkompetenzen. Fast zwei Drittel der Unternehmen bewerten Nachhaltigkeitsweiterbildungen als wichtig, und ähnlich viele sehen einen hohen Bedarf an digitalen Fähigkeiten.

Strategische Lücken in der Weiterbildungsplanung

Trotz des erkannten Bedarfs verfügen zwei Drittel der Unternehmen über keine schriftlich fixierte Weiterbildungsstrategie. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer systematischeren Herangehensweise an die berufliche Weiterbildung, um sowohl den Wünschen der Mitarbeitenden gerecht zu werden als auch strategisch wichtige Themen proaktiv anzugehen.

Der Ruf nach politischer Unterstützung

Die Studie zeigt auch eine deutliche Unzufriedenheit mit der derzeitigen finanziellen Förderung durch Bund und Länder sowie eine Informationslücke bezüglich bestehender Fördermöglichkeiten. Fast alle befragten Unternehmen fordern mehr Unterstützung, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), um die nationale Weiterbildungsstrategie erfolgreich umzusetzen und die Teilnahmequoten an Weiterbildungen bis 2030 signifikant zu erhöhen.

Fazit

Die Studie verdeutlicht, dass in Bezug auf KI-Weiterbildungen sowie in anderen zukunftsweisenden Bereichen wie Nachhaltigkeit und digitalen Kompetenzen noch erheblicher Handlungsbedarf besteht. Sie betont die Wichtigkeit einer strategischen Planung in der beruflichen Weiterbildung und ruft nach mehr Unterstützung von politischer Seite, um Deutschland fit für die digitale und nachhaltige Zukunft zu machen.

Hintergrund
Grundlage der Studienergebnisse ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands unter 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden in Deutschland. Befragt wurden von Oktober bis Dezember 2023 Verantwortliche für Weiterbildung, Geschäftsführer, CEOs und Vorstände.


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