Transformation zur Nachhaltigkeit in Deutschland: Große Chance zur Krisenbewältigung und -vermeidung

Der sogenannte Transformationsbericht der Bundesregierung zu menschlichem Wohlbefinden, Fähigkeiten und sozialer Gerechtigkeit steht nun als Unterrichtung zur Verfügung.

Zielsetzung und Struktur des Berichts

Der vorliegende Transformationsbericht verfolgt zwei Ziele: Zum einen werden Vorschläge unterbreitet, wie die Berücksichtigung der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit in allen Transformationsbereichen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie gestärkt werden kann. Es gilt, die soziale Dimension als Querschnittsthema wirksam in alle Transformationsbereiche zu integrieren und eine sozialverträgliche Gestaltung aller Maßnahmen zu gewährleisten. Zum anderen wird mit dem Bericht angestrebt, Fragen der sozialen Dimension einen höheren Stellenwert innerhalb der DNS einzuräumen. Dazu werden Perspektiven aufgezeigt, wie die Arbeit der Bundesregierung zu Fortschritten im Transformationsbereich »Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit« beitragen kann.

Der Bericht stellt in Kapitel A zunächst die übergreifenden Leitfragen sowie die Herausforderungen und Hebel des Transformationsbereichs dar. In Kapitel B werden bestehende und geplante Maßnahmen und Vorhaben der Bundesregierung aufgegriffen, die auf die Stärkung individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ressourcen für die Transformation zur Nachhaltigkeit im Transformationsbereich abzielen.

In Kapitel C »Neue Wege und Aktivitäten« werden die im Rahmen der Arbeit des Transformationsteams erarbeiteten Empfehlungen, Handlungsansätze und Vorhaben für den Transformationsbereich dargestellt. Diese fokussieren drei Schwerpunktthemen des Transformationsbereichs »Gesundheit vernetzt gestalten«, »Aus- und Weiterbildung« und »Teilhabe für alle«, bei denen ressortübergreifende Schnittstellen und wirksame Ansatzpunkte für die Transformation zur Nachhaltigkeit exemplarisch identifiziert wurden.

Bezüge zu den einschlägigen DNS-Indikatoren sowie zu den Hebeln zur Unterstützung der sechs Transformationsbereiche sind in den einzelnen Kapiteln anlassbezogen dargestellt. Im Vordergrund steht dabei die nationale Perspektive, um den mit dem Transformationsbereich einhergehenden Herausforderungen in Deutschland gebührend Rechnung zu tragen. Die internationale Ebene ist angesichts des Geltungsbereichs der Agenda 2030 und der globalen Dimension bestehender Herausforderungen und Krisen elementar. Auf sie wird in den jeweiligen Kapiteln gesondert eingegangen.

Förderung von Kinder- und Jugendbeteiligung in Deutschland

Die Transformation zur Nachhaltigkeit in Deutschland sei eine große Chance, um Krisenbewältigung und -vermeidung, wirtschaftliche Erholung, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz erfolgreich zu verbinden, heißt es in dem Bericht, der sich unter anderem mit der Unterstützung von Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen befasst.

In einem Kapitel geht es um die Stärkung der Teilhabe und Beteiligungsmöglichkeiten der 14 Millionen jungen Menschen, die den Angaben zufolge in Deutschland leben. Der Nationale Aktionsplan für Kinder und Jugendbeteiligung (NAP) verfolge das Ziel, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu stärken, heißt es dort.

Mit dem Nationalen Aktionsplan »Neue Chancen für Kinder in Deutschland« verfolge Deutschland das Ziel, bis zum Jahr 2030 benachteiligten Kindern und Jugendlichen den Zugang zu frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung, zu Bildungsangeboten und schulbezogenen Aktivitäten, zu Gesundheitsversorgung, gesunder Ernährung und angemessenem Wohnraum zu gewährleisten. Benachteiligte Kinder und Jugendliche als Zielgruppe des NAP sollen den Prozess eng begleiten.

Positionen zur Aus- und Weiterbildung

Um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Innovationspotentiale der Transformation zur Nachhaltigkeit zu heben, sind entsprechende Schlüsselkompetenzen sowie Bildungszugänge entlang der gesamten Bildungskette erforderlich. Dabei kommt dem Erwerb von Nachhaltigkeits-Literacy im Rahmen der Aus- und Weiterbildung sowie der informellen und non-formalen Bildung eine herausragende Rolle zu.

Zukunftskompetenzen im Sinne der OECD sind die Kompetenzen, die wir heute benötigen, um unsere Ziele zu erreichen: Um vorbereitet und kompetent für 2030 zu sein, müssen sich die Lernenden befähigen, ihr Wissen sowie ihre Fähigkeiten, Haltungen und Werte in kohärentes und verantwortungsbewusstes Handeln umzusetzen, das die Zukunft zum Besseren verändert.

Zukunftskompetenzen ermöglichen es Menschen, komplexe Herausforderungen zu bewältigen. Eine innovative und zukunftsorientierte Aus-, Fort- und Weiterbildung qualifiziert bedarfsgerecht die für die ökologisch-technologische Transformation dringend benötigten Fachkräfte.

Ein wichtiger Baustein für die Entwicklung von Zukunftskompetenzen ist ihre strukturelle Implementierung im deutschen Bildungssystem und ihre Vermittlung im Rahmen von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Breite.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil guter Bildung für alle ist die individuelle Aus- und Weiterbildungsförderung, die auch sozial benachteiligte Gruppen, Frauen, Männer, Trans- und Homosexuelle, Menschen mit Behinderung, Ältere und Jüngere, Menschen aus anderen Kulturen und mit unterschiedlichen Religionen erreichen sollte.
(Auszug aus dem NAP-Bericht)


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