4. Quartal 2025: Erwerbstätigkeit leicht rückläufig

Themenkreis Arbeitswelt und Beruf (Symbolbild)

Rückgang der Erwerbstätigkeit zum Jahresabschluss 2025

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im vierten Quartal 2025 leicht gesunken. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes waren rund 46,1 Millionen Personen beschäftigt, was einem saisonbereinigten Rückgang von 25.000 Menschen gegenüber dem Vorquartal entspricht.

Dieser Abwärtstrend setzte sich damit das dritte Quartal in Folge fort, wobei das Beschäftigungsniveau erstmals seit Anfang 2021 auch unter dem Wert des Vorjahresquartals lag.

Divergierende Entwicklungen am Arbeitsmarkt

Trotz der allgemeinen Abschwächung zeigt sich ein gespaltenes Bild zwischen den Wirtschaftszweigen. Während die Dienstleistungsbereiche insgesamt ein Plus von 122.000 Stellen verzeichneten, schrumpfte die Beschäftigung im Produzierenden Gewerbe sowie im Baugewerbe massiv. Besonders deutlich fielen die Zuwächse bei öffentlichen Dienstleistern sowie im Bereich Erziehung und Gesundheit aus.

Demgegenüber steht ein erheblicher Stellenabbau in der Industrie, wo die Zahl der Erwerbstätigen um 2,0 Prozent sank. Auch der Handel und unternehmensnahe Dienstleistungen wie die Arbeitnehmerüberlassung – die Überlassung von Personal an Drittbetriebe – registrierten rückläufige Zahlen.

Strukturwandel bei Beschäftigungsverhältnissen

Die langjährige Wachstumsphase der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung fand im Herbst 2025 ihr vorläufiges Ende. Sowohl die Gruppe der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch die der Selbstständigen verkleinerte sich im Vergleich zum Vorjahr.

Parallel dazu sank die Zahl der Personen in »marginalen Tätigkeiten«, worunter geringfügige Beschäftigungsverhältnisse wie Minijobs gefasst werden. Diese Entwicklung deutet auf eine strukturelle Abkühlung hin, die über rein saisonale Schwankungen hinausgeht, da der übliche herbstliche Anstieg im Jahr 2025 deutlich schwächer ausfiel als in den Vorjahren.

Anstieg des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumens

Interessanterweise stieg trotz der sinkenden Köpfezahl das gesamte Arbeitsvolumen im vierten Quartal 2025 um 0,5 Prozent auf 15,5 Milliarden Stunden an. Dies resultiert aus einer höheren durchschnittlichen Arbeitszeit pro Kopf, die laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf 336,4 Stunden kletterte.

Während also weniger Personen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen oder aktiv waren, weitete die verbliebene Belegschaft ihre geleisteten Stunden aus. Dies unterstreicht die angespannte Lage zwischen Fachkräftebedarf und konjunktureller Eintrübung im produzierenden Sektor.

Methodische Hinweise
In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der saisonbereinigte Vergleich zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich der kurzfristige Trend der konjunkturellen Entwicklung ablesen. Der Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen ebenfalls weitgehend unabhängig. 


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