Bericht über Beschäftigung und soziale Entwicklung in Europa 2025 veröffentlicht

EU Kommission 6

Eine stärkere Einbindung bislang unterrepräsentierter Gruppen wie Frauen, ältere Menschen, Migrant*innen und Menschen mit Behinderungen könnte wesentlich dazu beitragen, dem zunehmenden Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel in Europa entgegenzuwirken.

Der aktuelle ESDE-Bericht der EU-Kommission macht deutlich, dass rund ein Fünftel der 20- bis 64-Jährigen im erwerbsfähigen Alter – etwa 51 Millionen Personen – derzeit außerhalb des Arbeitsmarktes stehen. Die EU-Kommission sieht insbesondere Frauen, ältere Menschen, Migrantinnen und Menschen mit Behinderungen als Schlüsselgruppen für eine nachhaltigere Arbeitsmarktentwicklung.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Für Frauen zeigt sich laut Bericht, dass insbesondere unbezahlte Pflegearbeit, fehlende Kinderbetreuung und ungünstige steuerliche Rahmenbedingungen die Erwerbstätigkeit hemmen. Ein Ausbau der Kinderbetreuung könne die Erwerbsquote in einzelnen Mitgliedstaaten um bis zu 30 Prozent steigern und das gesamte EU-BIP um bis zu 1,7 Prozent erhöhen.

Ältere Arbeitnehmer*innen verlassen den Arbeitsmarkt häufig durch Rentenübergang, gesundheitliche Einschränkungen oder mangelnde Arbeitsflexibilität. Die Kommission empfiehlt unter anderem flexible Übergänge in den Ruhestand sowie gezielte Weiterbildungsangebote als Lösungswege.

Migrant*innen sind besonders stark von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen, häufig bedingt durch Sprachbarrieren, fehlende Anerkennung von Qualifikationen und Diskriminierung. Die Kommission betont, dass ein Mix aus steuerlichen Anreizen, Sprachförderung und erleichterten Arbeitsgenehmigungen dazu beitragen kann, die Integration zu stärken.

Menschen mit Behinderungen stehen laut Bericht vor strukturellen Zugangsbarrieren und Diskriminierung. Die EU setzt auf Quotenregelungen, Antidiskriminierungsmaßnahmen und inklusive Weiterbildungspfade, um die Arbeitsmarktchancen dieser Gruppe nachhaltig zu verbessern.

Perspektiven

Nach Ansicht der Kommission ist die Förderung der Arbeitsmarktintegration bislang unterrepräsentierter Gruppen eine zentrale Voraussetzung, um Arbeitskräftemangel und den demografischen Wandel zu bewältigen. Ziel ist eine nachhaltige Steigerung der Erwerbsquote, mehr soziale Teilhabe und die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der EU.

Hintergrund
Der ESDE-Bericht ist die jährliche Bestandsaufnahme der EU-Kommission zu Arbeitsmarkt und sozialen Entwicklungen. Mit Initiativen wie dem EU-Aktionsplan zu Arbeitskräftemangel und Kompetenzentwicklung, der Empfehlung zur Mindestabsicherung oder neuen Maßnahmen zur fairen Arbeitsmobilität sollen die Voraussetzungen für eine inklusive und zukunftsfähige Arbeitswelt geschaffen werden.   


Tags:EU ESDE

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