Österreich: Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich bei KI schlecht informiert

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Skepsis und geringe Nutzung von KI in Österreich

Eine aktuelle Analyse von Statistik Austria zeigt: Künstliche Intelligenz (KI) ist für viele Menschen in Österreich noch ein Fremdwort. Fast drei Viertel der Bevölkerung schätzen ihr Wissen über KI als gering oder gar nicht vorhanden ein. Nur etwa ein Viertel gibt an, sich gut auszukennen.

Die Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Befragung im Rahmen der »Digitalen Kompetenzoffensive« der österreichischen Bundesregierung und geben erstmals detaillierte Einblicke in Wissen, Einstellungen und Nutzungsverhalten rund um KI bei den 16- bis 74-Jährigen.

Skepsis und Zurückhaltung prägen den Umgang mit KI

Laut Statistik Austria beurteilt nur rund ein Drittel der Befragten die zunehmende Nutzung von KI in der Gesellschaft positiv. Die Mehrheit steht dem Thema skeptisch oder ablehnend gegenüber.

Besonders groß ist die Zurückhaltung bei älteren Menschen und Personen mit niedrigerem Bildungsniveau. Während 50 % der 16- bis 24-Jährigen die Entwicklung positiv sehen, sind es bei den 65- bis 74-Jährigen nur 24 %.

Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede: Männer äußern sich mit 39 % häufiger positiv als Frauen mit 31 %.

Nutzung generativer KI-Tools noch gering

Generative KI-Anwendungen wie ChatGPT haben bislang nur knapp ein Drittel der Bevölkerung zumindest einmal genutzt.

Die regelmäßige Nutzung ist noch seltener: Nur 4 % verwenden solche Tools täglich oder fast täglich, 9 % mindestens einmal pro Woche. Am häufigsten wird als Grund für die Nichtnutzung fehlender Bedarf genannt.

 

Einstellung zu KI und Nutzung von generativen KI Tools 2024

 

Jüngere und Hochgebildete sind Vorreiter

Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede je nach Altersgruppe und Bildungsniveau. Jüngere Menschen und Personen mit Hochschulabschluss sind deutlich aufgeschlossener gegenüber KI und nutzen entsprechende Tools häufiger. So haben 57 % der 16- bis 24-Jährigen in den letzten drei Monaten generative KI-Tools genutzt, bei Schüler*innen und Studierenden waren es sogar 76 %. Menschen mit Hochschulabschluss kommen auf eine Nutzungsrate von 52 %.

Berufliche Relevanz und geringe Sorgen um Jobverlust

Rund 43 % der Erwerbstätigen sehen Potenzial für KI im eigenen Arbeitsalltag. Die Angst, durch KI ersetzt zu werden, ist mit 13 % jedoch vergleichsweise gering ausgeprägt.

Das Interesse, sich intensiver mit KI zu beschäftigen, bleibt insgesamt moderat: Weniger als ein Drittel der Befragten möchte mehr darüber lernen.

Regierung reagiert mit Aktionsplan

Angesichts der großen Wissenslücken plant die österreichische Bundesregierung einen ressortübergreifenden »Aktionsplan KI-Kompetenzen Austria«, der bis Ende 2025 stehen soll.

Ziel ist es, die Bevölkerung gezielt zu informieren und fit für den Umgang mit KI zu machen. Ein Basis-Curriculum für KI-Kompetenzen soll als Grundlage für weitere Maßnahmen dienen.


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