Bundesregierung beschließt Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz

BMBF 260

Neues Verfahren ebnet Weg für Anerkennung informell erworbener Berufskompetenzen

Gestern hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für ein Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG) als Teil der Exzellenzinitiative Berufliche Bildung beschlossen.

Damit wird für Menschen ohne formalen Berufsabschluss erstmals ein Anspruch auf Feststellung und Bescheinigung ihrer beruflichen Fertigkeiten am Maßstab eines dualen Ausbildungsberufes geschaffen. Zudem werden Digitalisierung und Entbürokratisierung in der beruflichen Bildung vorangebracht.

In der jüngsten Initiative zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung in Deutschland steht ein neues Verfahren im Mittelpunkt, das darauf abzielt, die berufliche Handlungsfähigkeit von Individuen ohne formale Qualifikationen formell zu bestätigen. Diese Maßnahme adressiert Personen, die zwar keine offiziellen Berufsabschlüsse vorweisen können, aber dennoch eine signifikante Erfahrung – mindestens anderthalb Mal so viel wie die regulär vorgesehene Ausbildungszeit – in einem bestimmten Berufsfeld gesammelt haben.

Direkter Zugang zum Fortbildungsbereich wird möglich

Der Kern dieses Ansatzes liegt in der Anerkennung der realen Berufsbiografien und der in der Praxis erworbenen Fähigkeiten. Individuen, deren berufliche Kompetenzen als vollständig äquivalent zu den Anforderungen eines anerkannten Ausbildungsberufes bewertet werden, erhalten somit direkten Zugang zu weiterführenden Qualifizierungen, wie beispielsweise dem Bachelor Professional, und können ihre Eignung als Ausbilder unter Beweis stellen.

Dieses Verfahren erweitert nicht nur die Möglichkeiten für Personen ohne formale Abschlüsse, sondern fördert auch die Inklusion im Bereich der beruflichen Bildung. Besonders hervorzuheben ist, dass berufliche Fähigkeiten, die von Menschen mit Behinderungen in spezialisierten Einrichtungen erworben wurden, durch dieses Verfahren eine offizielle Anerkennung finden können. Somit werden nicht nur individuelle Karrierechancen verbessert, sondern auch ein Beitrag zum Fachkräftemangel geleistet und ein gesamtgesellschaftlicher Nutzen gestiftet.

Parallel dazu werden mit der Digitalisierung und der Reduzierung bürokratischer Hürden weitere Schritte unternommen, um die Attraktivität der dualen Ausbildung zu steigern. Die Vereinfachung administrativer Prozesse, wie zum Beispiel durch die Einführung digitaler Ausbildungsverträge und den Ausbau digital gestützter Ausbildungsformate, soll Unternehmen und Kammern einen effizienteren und papierlosen Ablauf ermöglichen und damit die berufliche Bildung insgesamt modernisieren und zugänglicher machen.


Deutscher Büroalltag: Weniger Papier, mehr Digitalisierung
Studie belegt signifikante Reduktion des Papierverbrauchs In den letzten Jahren hat sich ein signifikanter Wandel in den deutschen Unternehmen vollzogen, der zu einer erheblichen Reduzierung des Papierverbrauchs geführt hat. Eine Studie des...
KfW-Digitalisierungsbericht: Schub aus Coronajahren hält weiterhin an
Fortschreitende Digitalisierung im Mittelstand Laut dem neuesten KfW-Digitalisierungsbericht setzt sich der Digitalisierungstrend unter deutschen mittelständischen Unternehmen fort. Besonders auffällig ist der Anstieg abgeschlossener...
Barrieren digitaler Teilhabe erkennen und überwinden
»Nicht über uns, sondern mit uns« – Leitfaden zu guter Praxis digitaler Teilhabe erschienen Arbeitsplätze werden digitaler und flexibler, mobiles Arbeiten gehört in vielen Branchen inzwischen zum Alltag. Hierdurch entstehen zwar neue Möglichkeiten...

.