BVaDiG: Geplantes Gesetz zur Anerkennung von beruflicher Handlungsfähigkeit

Bundesregierung 2

Anerkennung informell erworbener Berufskompetenzen

Die Bundesregierung bringt mit dem Entwurf für das Berufsbildungsvalidierungs- und Digitalisierungsgesetz (BVaDiG) innovative Ansätze in das System der beruflichen Bildung ein.

Ziel ist es, sowohl die Anerkennung informell erworbener beruflicher Kompetenzen zu erleichtern als auch die Verwaltungsprozesse konsequent zu digitalisieren. Dies markiert einen wesentlichen Schritt innerhalb der Exzellenzinitiative Berufliche Bildung und unterstreicht die Bemühungen, berufliche Bildungswege flexibler und moderner zu gestalten.

Validierung informeller Kompetenzen

Ein zentraler Aspekt des Gesetzentwurfs ist die Feststellung und Zertifizierung beruflicher Handlungsfähigkeiten, die außerhalb des traditionellen Berufsausbildungssystems erworben wurden. Damit eröffnet die Bundesregierung Personen ohne formalen Berufsausbildungsabschluss neue Perspektiven und fördert gleichzeitig die Durchlässigkeit im beruflichen Bildungssystem.

Digitalisierungsschub für Verwaltungsprozesse

Das BVaDiG soll zudem den Übergang zu vollständig digitalen Verwaltungsabläufen erleichtern. Mit der Einführung medienbruchfreier Prozesse wird eine Effizienzsteigerung innerhalb der beruflichen Bildung angestrebt. Der Normenkontrollrat hebt hervor, dass durch die Möglichkeit zur Ausstellung elektronischer Zeugnisse zusätzliches Digitalisierungspotenzial genutzt werden könnte, bemängelt jedoch die kurze Frist für Stellungnahmen von Verbänden.

Diskussion um Empfangsnachweise und Ausbildereignung

Während der Bundesrat bürokratischen Aufwand durch den Verzicht auf spezielle Empfangsnachweise für Ausbildungsverträge reduzieren möchte, hält die Bundesregierung an diesen fest, verweist auf europarechtliche Notwendigkeiten und lehnt eine Altersgrenze für den Zugang zu Feststellungsverfahren ab. Damit steht sie im Kontrast zu den Ländern, die eine Altersobergrenze von 25 Jahren für die Berufsschulpflicht fordern, um die duale Ausbildung als Standardweg zu stärken.


Ähnliche Themen in dieser Kategorie

07.06.2026

Künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag: ifo-Umfrage dokumentiert rasanten Zuwachs Künstliche Intelligenz hat sich fest in den Geschäftsprozessen der deutschen Wirtschaft etabliert. In einer Umfrage des ifo Instituts vom Mai 2026 gaben 54,5 Prozent der befragten Firmen an, …

21.05.2026

Rezension: KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung. Titel: »Future Skills für KMU: Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen«. Stand: 4. Mai 2026. Kompetenzentwicklung im Fokus: Eine Besprechung eines KOFA-Beitrags über Zukunftskompetenzen in kleinen und mittleren …

15.04.2026

Digitale Transformation an berufsbildenden Schulen: Schulträger als strategische Gestalter Die erfolgreiche Digitalisierung berufsbildender Schulen hängt maßgeblich von der Handlungsfähigkeit der regionalen Schulträger ab, die weit über die bloße Bereitstellung von Hardware …

27.01.2026

Widersprüche im Paradigmenwechsel: Die Transformation aus Sicht der Belegschaft Der Erfolg des sozial-ökologischen Umbaus der Wirtschaft hängt maßgeblich von der konsequenten Umsetzung neuer Unternehmensstrategien ab, nicht von einer mangelnden Veränderungsbereitschaft der …

.
Oft gelesen...
TIPP