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BA-X (4/2022): Kräftenachfrage setzt Aufwärtstrend fort

BA X

BA-Stellenindex für Deutschland im April 2022

Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X), ein saisonbereinigter Indikator für die Arbeitskräftenachfrage in Deutschland, steigt von März auf April 2022 um zwei auf 138 Punkte.

Damit erreicht der BA-X einen neuen Höchststand und setzt seinen Aufwärtstrend trotz der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Unwägbarkeiten fort. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt der Stellenindex 33 Punkte im Plus.

Das Ende der meisten Corona-Beschränkungen und die Frühjahrsbelebung haben im April im Vergleich zum März zu einem – wenn auch zum Teil nur kleinen – Plus in der Nachfrage bei fast allen Branchen geführt. Lediglich bei Information und Kommunikation, in der Land- und Forstwirtschaft und in der Zeitarbeit ist ein leichtes Minus zu verzeichnen.

Im Vergleich zum April 2021 ist die Kräftenachfrage überall deutlich gewachsen. Prozentual am kräftigsten hat der gemeldete Stellenbestand im Gastgewerbe (vom 2. Lockdown neben den Sonstigen Dienstleistungen besonders beeinträchtigt), bei den Qualifizierten Unternehmensdienstleistungen und im Verarbeitenden Gewerbe zugenommen. Bei Verkehr und Logistik sowie im Handel ist die Kräftenachfrage im Vergleich zum April 2021 ebenfalls um mehr als die Hälfte gestiegen.

Insgesamt sind im April 2022 jeweils 11 Prozent des Bestands an gemeldeten Stellen dem Handel und dem Verarbeitenden Gewerbe zuzurechnen. 10 Prozent sind dem Gesundheits- und Sozialwesen zuzuordnen. Von Qualifizierten Unternehmensdienstleistern stammten 10 und von der Baubranche 7 Prozent. 23 Prozent der gemeldeten Arbeitsstellen gehen auf Zeitarbeitsunternehmen zurück.

 

 

BA-X April 2022Bild: Bundesagentur für Arbeit

 
 

Das BA-X-Konzept

Der BA-X ist der monatlich für Bund und ausgewählte Länder veröffentlichte Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA). Er ist der aktuellste Stellenindex in Deutschland und beruht auf den bei der BA gemeldeten Stellenangeboten. Der saison- und kalenderbereinigte Indikator bil­det die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt unabhängig von jahres­zeitlichen Einflüssen ab und spiegelt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen wider.

Die Basis für den BA-Stellenindex bilden die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten un­geförderten Arbeitsstellen. Als Abbild der Arbeitskräftenachfrage fließen in den BA-X sowohl die Stellenzugänge als auch die Stellenbestände ein. Die Stellenzugänge spiegeln die Dynamik des monatlichen Einstellungsgeschehens und des aktuellen Personalbedarfs der Betriebe wider. Der Stellenbestand drückt das Niveau der Kräftenachfrage aus und beinhaltet implizit auch die Laufzeit der gemeldeten Stellen. Durch die Verwendung von Zugängen und Beständen bildet der BA-X sowohl die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als auch mögliche Stellenbeset­zungsschwierigkeiten ab.

Für die Berechnung des BA-X werden der Stellenbestand und der Stellenzugang zunächst saisonbereinigt bzw. saison- und kalenderbereinigt. Auf Basis dieser Daten wird der arithme­tische Mittelwert berechnet. Anschließend werden die Abweichungen auf den Referenzwert (Jahresdurchschnitt 2015), der auf 100 normiert wurde, ermittelt. Durch die Saison- bzw. Kalen­derbereinigung kann es insbesondere am aktuellen Rand zu Abweichungen von früher veröffent­lichten Monatsversionen des BA-X kommen.

HINWEIS:
Mit dem Berichtsmonat Januar 2020 wurde eine Revision des BA-X umgesetzt. Unter anderem wurde das Referenzjahr der Indizierung von 2004 auf 2015 aktualisiert und die Datengrundlage des BA-X an die Statistik der gemeldeten Stellen angepasst. Dadurch ergab sich eine Stauchung und eine Niveauabsenkung um rund 100 Punkte nach unten. Der typische Verlauf des BA-X (für Deutschland) ist jedoch weiterhin erkennbar. Bewertungen, die auf Basis des BA-X über die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage getroffen wurden, bleiben damit unverändert.