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Zugang zu Erasmus+ wird erweitert

Erasmus+ 3

Die EU-Kommission wird die Mobilitätsprogramme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps für den Zeitraum 2021-2027 inklusiver und vielfältiger gestalten.

Damit kommt Kommissionspräsidentin von der Leyen ihrer Zusage nach, beide Programme erheblich zu stärken. Es sollen nicht nur mehr Menschen in einem anderen Land lernen oder sich freiwillig engagieren können, sondern vor allem mehr Menschen mit geringeren Chancen erreicht werden.

Mit dem am 22. Oktober 2021 angenommenen Rahmen für Inklusionsmaßnahmen ebnet die EU-Kommission den Weg für einen gerechteren und inklusiveren europäischen Bildungsraum. Dem ersten Grundsatz der europäischen Säule sozialer Rechte, dem zufolge jeder Mensch ein Recht auf allgemeine und berufliche Bildung und lebenslanges Lernen von hoher Qualität und in inklusiver Form hat, trägt sie damit Rechnung.

Die Programme bieten flexible und leicht zugängliche Lernformate, die es ermöglichen, große Zielgruppen anzusprechen und so die Integration von Menschen mit geringeren Chancen in allgemeine und berufliche Bildung, Jugend, Sport und solidarische Tätigkeiten zu verstärken. Dabei werden Mechanismen eingerichtet und hinreichend finanziert, um Teilnehmende mit geringeren Chancen vor, während und nach ihrer Beteiligung an den Programmen angemessen vorzubereiten bzw. zu unterstützen; dies umfasst beispielsweise vorbereitende Besuche, sprachliche Unterstützung sowie eine verstärkte Betreuung in Form von Mentoring und Coaching.

Der für die Förderung unserer europäischen Lebensweise zuständige Vizepräsident Margaritis Schinas erklärte: »Unsere europäische Lebensweise bietet allen jungen Europäern gleiche Chancen. Inklusion und Vielfalt sind integraler Bestandteil dieser Vision. Es ist wichtig, mit besonderem Einsatz sicherzustellen, dass die EU-Programme niemanden zurücklassen. Die Erasmus-Generationen sind Europas beste Botschafter, sie können ihre Erfahrungen teilen und das beginnt mit einem fairen und gleichberechtigten Zugang zu allen Programmen.«

EU-Bildungs- und -Jugendkommissarin Mariya Gabriel fügte hinzu: »Die EU-Programme müssen allen zugutekommen, unabhängig von ihrem Hintergrund, ihrem sozioökonomischen Kontext und ihrem körperlichen, geistigen oder gesundheitlichen Zustand. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, das neue Programm Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps inklusiver und vielfältiger zu gestalten. Wir werden mehr Mittel bereitstellen, um diejenigen zu begleiten, die mehr Hilfe benötigen, und diejenigen zu erreichen, die das Programm nicht kennen oder zögern. Jeder muss in der Lage sein, die gleichen Chancen zu nutzen, und er kann auch der Gesellschaft zurückgeben. Dies ist der Wert der Solidarität, auf den sich das europäische Projekt stützt.«

Die Maßnahmen für das Programm Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps umfassen:

  • Gezielte finanzielle Unterstützung
    Die beiden Programme bieten Menschen mit geringeren Chancen mehr finanzielle Unterstützung, um zusätzliche Ausgaben oder Bedürfnisse zu decken. So kann sichergestellt werden, dass alle unter den gleichen Bedingungen an den Programmaktivitäten teilnehmen können. Die Kommission ersucht die nationalen Agenturen und Akteure, die für die Programmumsetzung auf nationaler und lokaler Ebene zuständig sind, zusätzlich weitere nationale oder europäische Mittel zu nutzen.
  • Individuelle Teilnehmerunterstützung in allen Phasen des Programms
    Die Teilnehmenden erhalten vor, während und nach ihrem Projekt oder ihrer Mobilität umfassende Unterstützung (z.B. Sprachhilfe, vorbereitende Besuche oder stärkere Mentorentätigkeit). So können sie die Erfahrung bestmöglich nutzen.
  • Unterstützung teilnehmender Organisationen
    Die Programme bieten den Organisationen, die an inklusiven Projekten beteiligt sind, mehr Unterstützung: von zusätzlichen Mitteln zur Stärkung des Kapazitätsaufbaus bis hin zu Schulungs- und Vernetzungsaktivitäten für ihre Mitarbeiter im Bereich Inklusion und Vielfalt.
  • Flexibleres Lernangebot
    Die Programme bieten nun ein breiteres Spektrum an Projekt- und Mobilitätsmöglichkeiten unterschiedlicher Dauer und unterschiedlicher Formate (virtuell oder vor Ort, individuell oder in Gruppen), damit die Bedürfnisse von allen Teilnehmenden erfüllt werden können.
  • Priorität im Auswahlverfahren
    Im Rahmen von Mechanismen erhalten Qualitätsprojekte Vorrang, die Menschen mit geringeren Chancen sowie die Themen Inklusion und Vielfalt einbeziehen.
    Klarere Kommunikation und Berichterstattung: Die Kommission, die nationalen Agenturen und alle Akteure auf nationaler und lokaler Ebene stellen sicher, dass benutzerfreundlichere, für alle zugängliche und mehrsprachige Kommunikationsmaterialien zur Verfügung stehen. Die Kommission wird zudem ihre Überwachungs- und Berichterstattungstätigkeiten weiter ausbauen, um besser Bilanz der Inklusionsmaßnahmen ziehen zu können.

Über die nationalen Agenturen für Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps wird sie die Umsetzung dieser Inklusionsmaßnahmen auf nationaler Ebene genau überwachen. Damit die Programme auch im nationalen Kontext zugänglicher werden, arbeiten die nationalen Agenturen auf der Grundlage dieses allgemeinen Rahmens für Inklusionsmaßnahmen eigene Aktionspläne für Inklusion aus. Ein Netz von Beauftragten für Inklusion und Vielfalt wurde bereits in den nationalen Agenturen eingerichtet, um die Arbeit und den Austausch bewährter Verfahren zu erleichtern. Die Kommission steht auch weiterhin mit allen wichtigen Akteuren wie den nationalen Agenturen, Organisationen für Inklusion und Vielfalt, Sachverständigen, Praktikern und den Teilnehmenden selbst in Kontakt.

Hintergrund
Seit seiner Gründung im Jahr 1987 haben das Erasmus-Programm und seine Vorläufer rund zehn Millionen Menschen die Chance gegeben, zum Studium, zur Ausbildung, für eine Freiwilligentätigkeit oder zum Erwerb von Berufserfahrung ins Ausland zu gehen. Im Jahr 2014 wurden sämtliche Initiativen auf den Gebieten allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend und Sport im EU-Programm Erasmus+ zusammengefasst. Das neue Erasmus+-Programm für den Zeitraum 2021-2027 wurde im März 2021 mit einem Budget von über 28 Milliarden Euro eingeleitet.

Das Europäische Solidaritätskorps, das seinen Auftakt im Dezember 2016 hatte, ist seit Oktober 2018 ein eigenständiges, von der EU finanziertes Programm. Mit einem eigenen Budget von mehr als 1 Milliarden Euro für den Zeitraum 2021-2027 bietet das neue Programm etwa 275.000 jungen Menschen die Möglichkeit, durch Freiwilligentätigkeit oder durch eigene Solidaritätsprojekte einen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher und humanitärer Herausforderungen zu leisten. Ab 2022 wird das Programm jungen Menschen nun auch ermöglichen, sich weltweit an humanitären Hilfsmaßnahmen zu beteiligen und so dazu beizutragen, die humanitären Herausforderungen in sicheren Drittstaaten zu bewältigen und dort Hilfsmaßnahmen der EU zu unterstützen.