OECD: KMUs kamen überwiegend gut durch die Krise

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Die Coronakrise hat kleine und mittlere Unternehmen (KMU) weltweit stark strapaziert. Dank staatlicher Unterstützungspakete haben sie die Krise aber weitgehend gemeistert, so eine neu erschienene OECD-Studie.

Der SME and Entrepreneurship Outlook 2021 analysiert die Maßnahmen, die KMU während der Krise das Überleben gesichert haben, bzw. in vielen Fällen sogar erlaubt haben, zu wachsen. Laut Studie hat sich die enorme Bedeutung der staatlichen Hilfspakete bestätigt. Auch blickt die Studie auf den längerfristigen Einfluss der Krise. Und sie zeigt, welche Weichen Regierungen für einen grünen, nachhaltigen und inklusiven Aufschwung stellen sollten, bei dem KMU eine Schlüsselrolle spielen werden.

Bereits jetzt gibt es klare Zeichen der Erholung: In Australien und Frankreich beispielsweise liegt die Unternehmensgründungsrate mittlerweile 20 Prozent über Vorkrisenniveau. Auch hat sich die Resilienz vieler KMU erhöht. So nutzten über 50 Prozent der KMU in den OECD-Ländern während der Pandemie verstärkt digitale Anwendungen und konnten so ihren digitalen Rückstand gegenüber größeren Unternehmen verringern.

Die Krise hat auch neue Chancen für KMU sowie Unternehmerinnen und Unternehmer geschaffen, durch veränderte Wertschöpfungsketten, stärkere lokale Unternehmen oder die grüne Transformation.

Trotz der positiven Entwicklungen bleiben verschiedene Herausforderungen zu bewältigen. Viele Hilfen kamen in Form von Krediten. Werden diese zu schnell zurückgefordert, könnte dies eine Welle von Insolvenzen auslösen, was wiederum den Aufschwung gefährden würde. Eine weitere Schwierigkeit liegt darin, dass die Krise Ungleichheiten verschärft hat, weil kleinere und neuere Firmen, Selbstständige sowie Frauen und Angehörige von Minderheiten seltener von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen erreicht wurden.

»Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen sind wichtige Wachstumsmotoren. Zusammen machen sie 99 Prozent der Unternehmen in OECD-Ländern aus. Mit ihren Innovationen steigern sie Produktivität und Wachstum und schaffen Arbeitsplätze«, so OECD-Generalsekretär Mathias Cormann bei der Vorstellung des Berichts anlässlich des Internationalen Tages der Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen der Vereinten Nationen. Es sei wichtig, dass mehr KMU den digitalen Sprung schaffen. Die Nutzung digitaler Anwendungen habe sich in der Krise als extrem wichtig erwiesen, um im Geschäft zu bleiben.

 

Hintergrund
Der SME and Entrepreneurship Outlook ist der erste Teil einer Publikationsreihe im Rahmen der KMU-Themenwoche der OECD, die vom 28. Juni bis 2. Juli stattfindet. Die Studie betont, dass die Hilfspakete einen starken Fokus auf Digitalisierung, Umwelt und Weiterbildung gelegt haben, um einen robusten und nachhaltigen Aufschwung zu fördern. Nur, wenn die Regierungen die Dynamik von Unternehmerinnen und Unternehmern sowie KMU klug nutzen, können diese zu echten Katalysatoren des Aufschwungs werden.
Die OECD ist ein globales Forum, das mit über 100 Ländern zusammenarbeitet. Sie tritt ein für eine Politik, die die individuellen Freiheiten wahrt und das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Menschen weltweit fördert.

 

 

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