IAB-Arbeitsmarktbarometer 8/2019: Arbeitsmarkt in der Defensive

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im August um 0,4 Punkte gefallen. Damit zeigt der Trend bereits seit zehn Monaten abwärts. Allerdings weist der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit 101,2 Punkten nach wie vor einen positiven Stand aus. Grund dafür ist der noch immer günstige Beschäftigungsausblick.
Die Arbeitslosenzahlen dürften sich dagegen in den kommenden Monaten saisonbereinigt verschlechtern: Die Arbeitslosigkeitskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers ist im August um 0,3 Punkte auf 97,7 Punkte gefallen. Damit liegt der Indikator mittlerweile klar unter der neutralen Marke von 100 Punkten, wenn auch noch nicht sehr weit im negativen Bereich. »Der Arbeitsmarkt befindet sich in der kontrollierten Defensive« sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs »Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen«. Grund dafür seien die Auswirkungen des Wirtschaftsabschwungs auf konjunktursensible Bereiche wie Zeitarbeit, Exportindustrie und Logistik.
Auch der Beschäftigungsausblick hat sich im August verschlechtert: Die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers ging um 0,5 Punkte zurück. Der aktuelle Stand von 104,8 Punkten liegt zwar deutlich unter den Höchstwerten aus dem vergangenen Jahr, aber noch immer klar im positiven Bereich. Die Beschäftigungsentwicklung insgesamt sei relativ robust gegenüber dem Konjunkturabschwung, so Weber: »Solange der Arbeitsmarkt sich gut schlägt, haben wir keine Krise«.


Hintergrund
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten »Arbeitslosigkeit« und »Beschäftigung« bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).
VERWEISE
Ähnliche Themen in dieser Kategorie
IAB-Prognose 2026: Arbeitsmarkt steht vor bundesweitem Strukturwandel Für das Jahr 2026 zeichnet sich am deutschen Arbeitsmarkt eine deutliche Zäsur ab. Erstmals seit der Finanzkrise im Jahr 2009 wird ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erwartet – …
BA: »Frühjahrsbelebung ohne nennenswerten Schwung« »Im März beginnt wie üblich die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt – dieses Jahr allerdings ohne nennenswerten Schwung«, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, heute …
Im Februar 2026 waren rund 45,5 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Abwärtstrend am Arbeitsmarkt: Beschäftigungszahlen im Februar erneut rückläufig Die Zahl der erwerbstätigen Personen in Deutschland verzeichnet im Februar 2026 einen anhaltenden …
Stagnation am deutschen Arbeitsmarkt infolge geopolitischer Krisen Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt im März 2026 weiterhin keine Anzeichen einer Erholung. Das »IAB-Arbeitsmarktbarometer«, der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), verzeichnete …
