ICILS-Studie nimmt in Deutschland unter neuer Leitung die Arbeit auf

DIPF 11

Die Arbeiten an der vierten Ausgabe der »International Computer and Information Literacy Study« (ICILS) in Deutschland sind gestartet.

Die Studie erhebt seit 2013 alle fünf Jahre den Stand der digitalen Kompetenzen von Jugendlichen der Jahrgangsstufe 8 im internationalen Vergleich. Zugleich werden zentrale Kontextinformationen erfasst – etwa zur technischen Ausstattung oder zu den Einstellungen in Bezug auf das Lernen mit digitalen Medien. Die Verantwortung für die Durchführung in Deutschland übernimmt das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in einem Verbund mit der Ruhr-Universität Bochum. Die neuen Befunde werden 2029 veröffentlicht.

»Für die gesellschaftliche Teilhabe in einer digitalisierten Welt ist es von maßgeblicher Bedeutung, wie sicher und kompetent Schüler*innen mit digitalen Medien umgehen können«, so Prof. Dr. Frank Goldhammer vom DIPF. »ICILS zeigt den aktuellen Stand und längerfristige Trends in diesem Bereich auf und liefert damit wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Bildung«, betont Prof. Dr. Carolin Hahnel von der Ruhr-Universität. Gemeinsam bilden die beiden Forschenden die neue wissenschaftliche Leitung der Studie in Deutschland. Die bundesweite Durchführung von »ICILS 2028« wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) mit insgesamt knapp 4,3 Millionen Euro gefördert. Die internationalen Teilnahmegebühren werden von der Europäischen Kommission kofinanziert. Die internationale Koordination der Studie verantwortet die »International Association for the Evaluation of Educational Achievement« (IEA). An der vorherigen Ausgabe »ICILS 2023« haben 34 Staaten teilgenommen.

Fokus und Weiterentwicklung der Studie

Die ICILS-Erhebungen ergeben belastbare empirische Befunde zu zwei Kompetenzdomänen der Achtklässler*innen. Diese sind (1.) die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen. Dabei geht es darum, wie sinnvoll, kritisch und verantwortungsbewusst die Schüler*innen mit Technik und Informationen im digitalen Raum umgehen, etwa bei der Recherche, dem Bewerten von »Fake News« oder dem Zusammenstellen von Informationen. Außerdem werden (2.) Kompetenzen im Bereich »Computational Thinking« erfasst. Das beschreibt die Fähigkeit, Probleme so zu denken und zu strukturieren, dass sie von Computern verarbeitet werden können. Ein Beispiel hierfür ist das Abstrahieren von wesentlichen Aspekten und das Lösen der Anforderungen in einer Abfolge von Handlungsanweisungen, die einen Algorithmus bilden. Zu beiden Domänen sind Trendaussagen im Vergleich zu vorherigen ICILS-Ausgaben möglich.

Die Kompetenzmessungen erfolgen mit computerbasierten interaktiven Tests, die Kontextbedingungen werden mit Fragebögen erhoben. An der vorherigen Ausgabe der Studie haben mehr als 5.000 Schüler*innen teilgenommen, die Stichprobe der Lehrkräfte umfasste rund 2.300 Teilnehmende. Eine wesentliche Erweiterung im Rahmen von ICILS 2028: Neue Aufgaben und Fragen werden integriert, die der zunehmenden Bedeutung von künstlicher Intelligenz für die Informationsbeschaffung, das Lösen algorithmischer Problemstellungen sowie für Bildungsprozesse im Allgemeinen Rechnung tragen. Außerdem wird als inhaltlicher Schwerpunkt das digitale Wohlbefinden aufgenommen, das mit der bewussten Nutzung digitaler Technologien zusammenhängt. Insbesondere sollen durch die Regulation von Verhalten, Emotionen und sozialen Einflüssen positive Effekte gefördert und negative Auswirkungen vermieden werden.

QUELLE: DIPF


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