Wissenschaftskommunikation stärken

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert in einem Antrag, die Wissenschaftskommunikation zu stärken. So soll Glaubwürdigkeit und Vertrauen in die Wissenschaft vermittelt werden, Bürger sollen stärker in die Kommunikation über Wissenschaft und ihre Entwicklungen einbezogen werden. Es sollen mehr als bisher diejenigen Menschen erreicht werden, die sich nicht ständig und unmittelbar mit Wissenschaft beschäftigen.
Ein besonderes Augenmerk soll darauf gelegt werden, was die Bürger angesichts der Informationen über wissenschaftliche und technologische Entwicklung bewegt, beunruhigt oder was sie gar an den Botschaften zweifeln lässt.
Nach Ansicht der Fraktion soll sich Wissenschaftskommunikation nicht wie bislang üblich vor allem auf das Bildungsbürgertum ausgerichtet sein. Sie müsse alle Schichten der Gesellschaft erreichen, was gerade in Zeiten wachsender Wissenschaftsfeindlichkeit eine Herausforderung sei. Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Methoden würden immer häufiger infrage gestellt. Um dem entgegenzutreten möchte die FDP auch die Forschung über Wissenschaftskommunikation stärken. Dazu gehöre auch die Frage, in welchen Bereichen der Gesellschaft sich Wissenschaftsskepsis, »Fake News«, Desinformation und Pseudowissenschaften besonders ausbreite, ob sich mit KI-basierten Lösungen die Informationsflut aus der Wissenskommunikation sinnvoll kanalisieren lasse und welche Initiativen der Wissenschaftskommunikation dazu beitragen können, Glaubwürdigkeit zu schaffen.
Um die Ziele Glaubwürdigkeit und Vertrauen zu stärken, ist nach Auffassung der Abgeordneten ein Kulturwandel in der Wissenschaft nötig. Wissenschaftskommunikation soll bereits während des Studiums thematisiert und spätestens ab der Promotion gelehrt werden und bei den Mitgliedern der Allianz der Wissenschaften sowie in der Zusammenarbeit mit den Ländern und ihren Hochschulen zu einer prioritären Aufgabe werden.
Neben den Wissenschaftlern selbst ist laut Antrag der Wissenschaftsjournalismus eine wichtige Plattform. Die Abgeordneten unterstreichen, dass Wissenschaftsjournalisten Evidenz und Empirie in die Debatten tragen. Gleichzeitig hätten sie die Aufgabe, den Protagonisten des Wissenschaftssystems auf die Finger zu schauen. Daher soll über Mitgliedschaften in den Räten öffentlich-rechtlicher Fernseh- und Rundfunkanstalten darauf hingewirkt werden, dass Wissenschaftsjournalismus in den öffentlich-rechtlichen Medien einer seiner Bedeutung entsprechenden Raum erhält.
Zudem wirbt die FDP dafür, stärker als bisher auch die Chancen von Innovationen in den Mittelpunkt zu stellen, und eine aufgeschlossene Grundhaltung gegenüber Neuerungen zu schaffen, die Menschen für Innovationsvorhaben zu gewinnen. Ferner soll das Innovationsprinzip bei Gesetzgebung und behördlichen Entscheidungen eingeführt werden.
VERWEISE
Ähnliche Themen in dieser Kategorie
Ein neues Lehrbuch gibt eine Einführung in die Bildungssoziologie Das von Autor*innen des DIPF verfasste Werk erläutert die Thematik entlang des gesamten Bildungsverlaufs – von der frühen Kindheit über Schule und Ausbildung bis hin zu Studium und lebenslangem Lernen. Ein …
Der Einzelplan des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sieht im kommenden Jahr Ausgaben in Höhe von 21,82 Milliarden Euro (2025: 22,36 Milliarden Euro) vor. Das sind 559,27 Millionen Euro mehr als im Regierungsentwurf vorgesehen. Der vom …
BIBB erhält von Wissenschaftsrat positives Urteil Der Wissenschaftsrat bescheinigt dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) eine insgesamt positive Entwicklung seit seiner letzten Evaluation 2017. Die Forschungen, Datenerhebungen und Transferleistungen des Instituts werden …
Carl-Zeiss-Stiftung investiert 18 Millionen Euro Die Carl‑Zeiss‑Stiftung finanziert drei neue Forschungsprojekte mit insgesamt 18 Millionen Euro. Ziel ist es, KI‑Modelle so weiterzuentwickeln, dass sie Umwelt‑ und Klimadaten präziser erfassen und interpretieren. Davon sollen …
