Analyse der Wahlprogramme (1): Bildungspolitik in Baden-Württemberg unter der Lupe

Themenkreis Verschiedenes (Symbolbild)

BW-Landtagswahl 2026: Fehlende Konzepte gegen den Lehrkräftemangel in BW

In einer aktuellen Analyse zur Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 mahnt der Stifterverband eine konsequentere politische Steuerung in der Bildungspolitik an. Trotz akuten Fachkräftemangels fehlen in den Wahlprogrammen der Parteien weitreichende Strategien, um die strukturellen Defizite in der Lehrkräftebildung und die Vernetzung schulischer Akteure nachhaltig zu beheben.

Strategische Steuerung gegen den Lehrkräftemangel

Derzeit bleiben in Baden-Württemberg zu Beginn des Schuljahres etwa 1.400 Lehrerstellen unbesetzt. Zwar existieren erste Ansätze zur Gewinnung neuen Personals, doch mangelt es an einer umfassenden Gesamtstrategie. Der Stifterverband identifiziert insbesondere den sogenannten »Lehrkräftetrichter« als zentrale Herausforderung: Lediglich zwei Drittel der Studierenden schließen ihr Lehramtsstudium tatsächlich ab, wobei der größte Verlust bereits in der Eingangsphase des Studiums zu verzeichnen ist. In den Programmen der Parteien wird dieser Umstand bislang nicht als prioritäres Problem adressiert. Eine verlässliche Prognose der Fachkräftelücke setzt zudem eine kontinuierliche Datenerhebung voraus, die derzeit nicht flächendeckend gegeben ist.

Flexibilisierung der Ausbildungswege

Um die Qualität der schulischen Bildung langfristig zu sichern, ist eine Öffnung der Berufsaccesswege erforderlich. Die von der Kultusministerkonferenz (KMK) – dem Gremium der für Bildung zuständigen Ministerinnen und Minister der Länder – geschaffenen Optionen für Ein-Fach-Lehrkräfte, duale Studiengänge sowie Quereinstiegsmaster finden in den politischen Planungen nur zurückhaltend Berücksichtigung. Eine flexiblere Gestaltung des Lehramtsstudiums könnte dazu beitragen, neue Zielgruppen zu erschließen und die hohen Abbruchquoten zu senken.

Systematische Vernetzung als Bildungshebel

Neben der Personalgewinnung bildet die Kooperation zwischen Schulen und außerschulischen Partnern einen wesentlichen Faktor für den Bildungserfolg. Solche Synergien werden jedoch bisher nicht systematisch genug genutzt. Eine engere Verzahnung von Reformschritten ist notwendig, um die Wirkung bildungspolitischer Maßnahmen zu erhöhen. Nur durch eine strukturelle Perspektive, die sowohl die universitäre Ausbildung als auch die praktische Zusammenarbeit vor Ort einbezieht, lassen sich die gesellschaftlichen und bildungspolitischen Folgen des Fachkräftemangels begrenzen. 


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