DIE-Innovationspreis 2023 verliehen

Innovationspreis 2023

Der »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung 2023« prämiert Bildungsangebote, die den sozial-ökologischen Wandel auf innovative Art und Weise fördern

Sozial-ökologische Transformation durch Bildung gestalten

In diesem Jahr zeichnet der »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung« Lernangebote und Projekte aus, die zeigen, wie Weiterbildung einen gerechten und nachhaltigen Fortschritt unterstützen kann. Gestern Abend wurden vier Projekte, die auf neue Bildungsherausforderungen und Lernanlässe erfolgreich mit innovativen Lösungen geantwortet haben, in einer feierlichen Veranstaltung im Rahmen des »DIE-Forum Weiterbildung 2023« in Bonn mit dem Preis gewürdigt.

In Zeiten der Transformationen ist die Teilnahme Erwachsener an Lern- und Bildungsprozessen ein Schlüsselfaktor zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Schirmherrin Maja Göpel bekräftigt: »Gesellschaftliches Lernen ist die Voraussetzung für eine sozial-ökologische Transformation – kritisch und neugierig, auf Kooperation und Zukunft ausgerichtet. Nur so erhalten Gesellschaften ihre Transformabilität, die Fähigkeit zu Neuanfängen und zur Weiterentwicklung. Wir Menschen können lernen, eine wünschenswerte Zukunft zu gestalten und zu verantworten.«

Eine unabhängige Jury mit fachlich ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis hat Lernangebote und Projekte aus allen Bereichen der Erwachsenen- und Weiterbildung ausgezeichnet. Sie zeigen: Weiterbildung reagiert sensibler, schneller und nachhaltiger als andere Bildungsbereiche auf gesellschaftliche Veränderungen. Mit dem »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung 2023« möchte das DIE anerkennen und sichtbar machen, wo dies besonders eindrucksvoll gelingt. In diesem Jahr wurden vier Projekte und Lernangebote gleichrangig ausgezeichnet:

Die »Weiterbildung Wirtschaftsethik« der Thales-Akademie für angewandte Philosophie – gemeinnützige GmbH und der Universität Freiburg. Die Idee: gewachsene Denkmuster und normative Überzeugungen, die Verhaltensroutinen und Institutionen bis heute bestimmen und nicht zukunftsfähig sind, müssen hinterfragt und erneuert werden, um eine »enkeltaugliche« Transformation zu schaffen. Deshalb ermöglicht die »Weiterbildung Wirtschaftsethik« es Menschen, die in Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft Verantwortung tragen, sich tiefer mit den ethischen und psychologischen Hintergründen unseres Wirtschaftens und Arbeitens zu beschäftigen und innovative Konzepte und Praxisbeispiele kennenzulernen. Die Weiterbildung schließt mit einem international anerkannten Certificate of Advanced Studies (CAS) in Wirtschaftsethik ab.

Das Projekt »kaffeepause – ökologische und kulturelle Erwachsenenbildung für Menschen mit Assistenzbedarf« ist ein Projekt zur Förderung der selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Assistenzbedarf und eines gerechten und nachhaltigen Fortschritts im Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen. Jedes Jahr bilden sich 160 Menschen mit Handicap zu ökologischen Themen an verschiedenen Orten in Sachsen weiter. Durch eine künstlerische Auseinandersetzung mit ökologischen Themen erarbeiten sie sich Kenntnisse über ökologische Zusammenhänge und lernen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen. Dabei entstehen literarische Texte und Bilder, die in der Zeitschrift »kaffeepause« veröffentlicht werden. Ziel ist es, die Teilnehmenden zum nachhaltigen Handeln zu motivieren und sie durch ökologische Bildung dazu zu befähigen. »kaffeepause« ist ein Projekt der Evangelischen Erwachsenenbildung Sachsen und der Diakonie St. Martin.

Im Projekt »OUR VOICES – OUR PLANET – Globaler Dialog und Globales Lernen für Demokratie und Nachhaltigkeit« entwickeln die Partner analoge und digitale Bildungsformate, durch die Verbindungen von Demokratie und Nachhaltigkeit deutlich und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Mit Quizzen, Video-Interviews, einem Spiel, einem Selbstlernmodul, Workshops, Fachtagen und Online-Talks eröffnet das Projekt partizipative Diskussions- und Lernräume. Zielgruppen sind Jugendliche, Erwachsene und Lehrende. In alle Bildungsaktivitäten sind Fachleute aus dem Globalen Süden eingebunden; der globale Dialog und das Lernen von- und miteinander inspirieren. Mut machende Praxisbeispiele aus aller Welt motivieren, selbst aktiv zu werden in Transformationsprozessen für Demokratie, Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit. Ein Projekt des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB) und von »Learn2Change – Global Network of Educational Activists«.

Die Menschen, die sich in der »Akademie des Wandels« zusammengetan haben, wollen einen Beitrag zur tiefgreifenden sozial-ökologischen Transformation leisten. Deshalb hat sich die Akademie zum Ziel gesetzt, Menschen und Organisationen aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung dafür zu befähigen und zu begeistern, in einem herzlich-konstruktiven Miteinander Zukunft anzupacken – vor Ort. Die Akademie bildet entschlossene Gestalterinnen und Gestalter von Wandel aus und unterstützt sie mit innovativen Methoden dabei, Begegnungsräume zu schaffen und eine Kultur des Miteinanders als Nährboden für erfolgreiches gemeinsames Wirken zu etablieren. Die Akademie will Inspirations-Ort, Wissensvermittlerin und Erfahrungsraum für begeisterndes, inspirierendes, wertschätzendes und verbindendes Anpacken sein. Die Akademie gibt es seit zehn Jahren in der Dörfergemeinschaft Flegessen, Hasperde und Klein Süntel im Weserbergland.

Hintergrund
Seit 1997 lobt das DIE den »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung« aus, der alle zwei Jahre verliehen wird. Die Auszeichnung macht neue und vielversprechende Ansätze in der Weiterbildung publik und stellt sie einer breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion. Zu den zentralen Kriterien für die Auszeichnung der Projekte gehört, dass sie innovativ und praxiserprobt sind und der Erwachsenenbildung neue Impulse geben. Der Innovationspreis wird von der »Dr. Norbert F.B. Greger Stiftung zur innovativen und nachhaltigen Erwachsenenbildung« mit Sitz in Mülheim an der Ruhr unterstützt. Die finanzielle Förderung kommt unmittelbar den Institutionen der Preisträgerinnen und Preisträger zugute.


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