Weiterbildung in kleinen Unternehmen boomt

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Kleine Betriebe haben die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden fest im Visier. Bereits im Jahr 2019 lagen sie im Hinblick auf die Intensität ihres Weiterbildungsengagements vor großen Unternehmen und investierten sowohl mehr Zeit als auch mehr Geld in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Zudem gaben fast acht von zehn der befragten kleinen Unternehmen an, digitale Lernmedien verstärkt in der Weiterbildung einzusetzen, um zeitlich flexibler zu sein.

KMU, die digitale Lernmedien bereits intensiv einsetzen, konnten damit die Corona-bedingte Kurzarbeit ähnlich intensiv für Weiterbildung nutzen wie größere Unternehmen. Dies belegt die aktuelle repräsentative Studie des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Die fortschreitende Digitalisierung sowie zunehmende Fachkräfteengpässe machen es für Unternehmen unerlässlich, kontinuierlich in die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden zu investieren. Die Investition in Aus- und Weiterbildung ist notwendig für den Aufbau der im Betrieb benötigten Kompetenzen, um den Wandel erfolgreich zu gestalten und innovativ zu bleiben. Gleichzeitig tragen betriebliche Qualifizierungsmaßnahmen zur Mitarbeiterbindung bei. Insbesondere kleine Unternehmen sind im Zuge des massiven Fachkräftemangels darauf angewiesen, Beschäftigte fortlaufend weiterzubilden und für die sich ändernden Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt zu rüsten.

Bereits im Jahr 2019 betrieben kleine Unternehmen Weiterbildung mit einer höheren Intensität als mittlere oder Großunternehmen. So investierten sie jährlich pro Beschäftigten 1.384 EUR und 22,4 Stunden, während das finanzielle und zeitliche Budget der Großunternehmen sich nur auf 1.142 EUR und 16,2 Stunden belief. Betrachtet man den Anteil kleiner Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden in einem Jahr Weiterbildung ermöglichen, so liegt dieser mit 87,4 Prozent niedriger als bei mittleren (96,3 Prozent) und großen Unternehmen (99,5 Prozent). Zum einen ist dies ein reiner Größeneffekt aufgrund der kleineren Mitarbeiterzahl und zum anderen sind Mitarbeitende von kleinen Unternehmen stärker im Tagesgeschäft eingebunden und können sich deshalb nicht in jedem Jahr für eine Weiterbildung freimachen. So wird der Faktor »fehlende Zeit« von den Unternehmen mit 57,4 Prozent als größter Hindernisgrund bei der Ausdehnung der Weiterbildungsaktivitäten angegeben.

Hier können Betriebe durch den verstärkten Einsatz von digitalen und zeitlich flexiblen Lernmedien, die knappe Ressource »Zeit« besser ausschöpfen. So nennen insgesamt 78,4 Prozent der kleinen Unternehmen die Flexibilität als wichtigsten Grund für die Nutzung digitaler Medien.

»Für uns war es nicht überraschend, dass die Nutzung von digitalen Lernangeboten in kleinen Unternehmen in den letzten Jahren besonders stark zugenommen hat. Denn letztlich können Perioden, in denen sich die Auftragslage etwas entspannt hat und Zeitkontingente bei den Beschäftigten frei werden, spontan und ohne große Vorbereitung für Weiterbildung genutzt werden«, sagt Susanne Seyda, Studienautorin und Arbeitsmarktexpertin am KOFA.

Die bereits vor Corona stark gestiegene Bereitschaft von KMU sich intensiv mit dem Einsatz digitaler Weiterbildungsangebote auseinanderzusetzen, ist eine Erklärung dafür, warum Weiterbildungsmaßnahmen auch während der Coronabedingten Kurzarbeit weiter vorangetrieben werden konnten. So nutzten bereits zu Beginn der Corona-Krise kleine und mittlere Unternehmen genauso oft wie große Unternehmen die Möglichkeit, die Kurzarbeit für die Weiterbildung der Beschäftigten zu verwenden.

Hintergrund
Das Projekt KOFA am Institut der deutschen Wirtschaft startete im Mai 2011 und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Der Fokus des Projektes liegt in der Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Fachkräftesicherung und der Gestaltung ihrer Personalarbeit. Das KOFA bietet auf seiner Homepage www.kofa.de konkrete Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele.

 

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