Innovation durch Kooperation: Neue Impulse für die MINT-Community

Themenkreis Weiterbildung und Lernen (Symbolbild)

Zweite Förderphase für den MINT-Campus startet

Die bundesweite Lernplattform MINT-Campus setzt ihren Ausbau ab dem Jahr 2026 fort. In der zweiten Förderphase bis 2029 entwickelt sich das Projekt von einer rein digitalen Lernumgebung zu einer umfassenden Service- und Infrastrukturplattform für die gesamte MINT-Community (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) übernimmt die Förderung des Vorhabens, um die MINT-Bildungslandschaft nachhaltig zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit sowie Bildungsgerechtigkeit in Deutschland durch qualifizierte Fachkräfte zu sichern.

Strategische Neuausrichtung und Community-Beteiligung

Im Zentrum der kommenden Jahre steht das Prinzip »von der Community für die Community«. Während Bildungsakteur*innen bereits jetzt eigene Inhalte beisteuern, wird diese Partizipation intensiviert. Gemeinsam mit der Fachwelt entstehen neue Instrumente auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) sowie praxisnahe Trainingsformate. Ziel ist eine Umgebung, in der die Teilnehmenden nicht nur Wissen konsumieren, sondern die Plattform aktiv mitgestalten.

Staatssekretär Ingo Behnel vom BMBFSFJ betont in diesem Zusammenhang, dass die Weiterbildung derjenigen im Fokus stehe, die Bildungsangebote vor Ort planen und umsetzen. Der Campus unterstütze Lehrkräfte und ehrenamtlich Engagierte dabei, ihre Angebote regional wirksam auszubauen.

Infrastruktur und innovative Lernformate

Ein wesentlicher Pfeiler der neuen Phase ist die Bereitstellung einer kostenfreien Infrastruktur für Institutionen, Unternehmen und Stiftungen. Diese können die technische Plattform nutzen, um eigene Lernwelten professionell zu verwalten und zu veröffentlichen. Der MINT-Campus bietet hierbei Unterstützung bei der Digitalisierung von Inhalten und der Erstellung von Qualifizierungspfaden oder »Micro-Degrees« (standardisierte Kurz-Zertifikate für spezifische Kompetenzen).

Ergänzt wird dieses Portfolio durch Ansätze des »Social Learning«. Durch Lerngruppen und intensive Fortbildungsformate soll der Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Bildungsträgern beschleunigt und Lerninhalte tiefer verankert werden.

Ausbau entlang der gesamten Bildungsbiografie

Die Plattform blickt auf eine erfolgreiche Pilotphase zurück, in der bereits über 150 offene Bildungsressourcen etabliert wurden. Die künftige Arbeit soll die gesamte Bildungsbiografie abdecken – von der frühkindlichen Bildung in der Kita bis hin zur akademischen Ausbildung. Insbesondere die Lehramtsausbildung und Zukunftsthemen wie Quantenphysik oder Klimawandel sollen stärker integriert werden. Tobias Ernst von der Stiftung Kinder forschen ergänzt, dass zudem Akteur*innen im Ganztagsbereich und nicht-pädagogisches Personal gezielt qualifiziert werden sollen, um die Qualität an außerschulischen Lernorten wie Makerspaces zu steigern. Guido Lohnherr von der matrix gGmbH sieht im MINT-Campus ein zentrales Instrument, um die Transformation des Bildungssystems gemeinsam mit allen professionell und ehrenamtlich Tätigen voranzutreiben.

Hintergrund
Der MINT-Campus versteht sich als digitaler Lernort für alle, die in der MINT-Bildung aktiv sind. Er bietet kostenfreie und offene Lernangebote, Lernpfade und Materialien an. Für Organisationen stellt er eine Infrastruktur mit maßgeschneiderten Lernwelten zur Verfügung und berät zu Pädagogik und Umsetzung.
Der MINT-Campus wird durch die matrix gGmbH, den Stifterverband und die Stiftung Kinder forschen als Verbund gemeinsam umgesetzt und vom BMBFSFJ (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend) gefördert. 


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