Mehr als zwei Drittel der Lehrkräfte in NRW sind Frauen

Landesbetrieb IT.NRW

Frauenanteil im Bildungssystem von NRW sinkt mit höherer Bildung

Im Jahr 2022 waren in Nordrhein-Westfalen (NRW) rund 67,6 % der Lehrenden im Bildungswesen Frauen. Dieser hohe Anteil variiert jedoch stark zwischen den einzelnen Bildungsbereichen. Besonders auffällig war der Frauenanteil in der frühkindlichen Bildung mit 94,5 %.

Auch in den allgemeinbildenden Schulen und in den weiterführenden Bildungseinrichtungen war der Frauenanteil hoch, allerdings mit abnehmender Tendenz, je höher der Bildungsabschluss war.

Geschlechterverteilung im Bildungswesen

Die Untersuchung zeigt, dass der Anteil der weiblichen Lehrkräfte in fast allen Bildungsstufen überwiegt, wobei der Anteil im Tertiärbereich mit 43,2 % am niedrigsten ist. Hier zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zur frühkindlichen Bildung.

Interessanterweise entspricht der NRW-Durchschnitt mit 67,6 % dem Bundesdurchschnitt, was auf eine weitgehende Geschlechterungleichheit im gesamten Bildungssystem hinweist.

Anteil weiblicher Lehrkräfte nach Bildungsbereichen 2022

Unterschiede nach Bildungsbereichen

Im Detail zeigt sich, dass der Frauenanteil mit steigendem Bildungsniveau abnimmt. Während Frauen in Kindergärten und Grundschulen dominieren, nimmt ihr Anteil im Sekundarbereich und vor allem im Tertiärbereich ab.

Diese Verteilung spiegelt ein allgemeines Muster wider, das in ganz Deutschland zu beobachten ist: Frauen sind in den Bildungsbereichen stärker vertreten, die eine geringere akademische Qualifikation erfordern.

Ursachen und Konsequenzen

Dieser Geschlechterunterschied wirft Fragen nach Ursachen und Konsequenzen auf. Zum einen könnten traditionelle Rollenbilder dafür verantwortlich sein, zum anderen spielen aber auch strukturelle und institutionelle Faktoren eine Rolle, die dazu führen, dass Frauen in höheren Bildungsstufen weniger vertreten sind. Dies hat auch Auswirkungen auf die Geschlechtergerechtigkeit in der Bildung, da weibliche Vorbilder an Hochschulen seltener sind.

Bildungspolitische Implikationen

Die Zahlen weisen auf einen Handlungsbedarf zur Erhöhung des Frauenanteils im Hochschulbereich hin. Maßnahmen zur Förderung von Frauen in akademischen Laufbahnen könnten zu einem ausgewogeneren Verhältnis beitragen.

Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass der frühkindliche und der schulische Bildungsbereich stark von Frauen dominiert werden, was weitere Fragen nach der beruflichen Attraktivität und Entlohnung in diesen Bereichen aufwirft.


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