Im April 2025 arbeitete fast jeder Achte im Niedriglohnsektor

Große Effekte, große Baustellen: Deutschlands Löhne
Aktuelle Destatis-Daten zeigen: Die Niedriglohnquote fiel zwischen April 2022 und April 2023 von 19 auf 16 Prozent. Das Statistische Bundesamt erklärte hierzu, dies sei eindeutig auf die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro in dieser Zeitspanne zurückzuführen.
Branchen bleiben stark gespalten
Die Unterschiede zwischen den Branchen bleiben gravierend. Im Gastgewerbe war im April 2025 mehr als jede zweite Stelle niedrig entlohnt. Landwirtschaft sowie Kunst und Unterhaltung folgten mit 45 und 36 Prozent.
Tarifgebundene Bereiche wie öffentliche Verwaltung oder Finanz- und Versicherungswesen meldeten hingegen nur sehr geringe Niedriglohnanteile.
Lohnspreizung verharrt auf gleichem Niveau
Die Ungleichheit hat sich zuletzt nicht vergrößert. Zwischen April 2024 und April 2025 blieb die Lohnspreizung konstant. Gründe seien unterschiedliche Wachstumsraten: Während die untersten zehn Prozent um 3,5 Prozent zulegten, stiegen die oberen zehn Prozent nur um 1,5 Prozent. Verantwortlich dafür sei die erneute Mindestlohnerhöhung.
Niedriglohnsektor bleibt groß
Im April 2025 arbeiteten weiterhin rund 6,3 Millionen Menschen für weniger als 14,32 Euro pro Stunde. Die Quote stagnierte bei 16 Prozent. Fachleute sehen darin einen Plateau-Effekt nach dem starken Impuls der Mindestlohnerhöhung.
Resümee
Der Mindestlohn wirkt, doch die strukturellen Spaltungen bleiben deutlich. Die Zahlen zeigen Fortschritte, aber auch die Notwendigkeit weiterer Reformen.
VERWEISE
Ähnliche Themen in dieser Kategorie
Dänemark scheitert mit Klage gegen EU-Mindestlöhne Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Gültigkeit der EU-Richtlinie über angemessene Mindestlöhne weitgehend bestätigt. Damit bleibt das Vorhaben der Europäischen Kommission intakt, faire und existenzsichernde …
Vollzeit- und Teilzeitlöhne wachsen unterschiedlich stark - Lohnanstieg vor allem bei Geringqualifizierten Im zweiten Quartal 2025 stieg der durchschnittliche Stundenlohn in Deutschland auf 25,61 Euro, das entspricht einem Zuwachs von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal …
Frauen sowie Beschäftigte in Ostdeutschland profitieren besonders häufig Mindestlohn-Erhöhung 2026 und 2027: Diese Jobs profitieren am meisten Die geplante Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland wird laut Schätzungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) …
Jede*r fünfte Beschäftigte in Deutschland war 2021 im Niedriglohnsektor tätig. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Damit ist das Niedriglohnrisiko langfristig betrachtet nur in Ostdeutschland gesunken …
